Winterpalais zurück ans Finanzministerium

Das Winterpalais von Prinz Eugen in der Wiener Innenstadt könnte als Standort für Ausstellungen bald ausgedient haben. Das seit 2013 vom Belvedere bespielte Palais wird mit 2017 wieder Eigentum des Finanzministeriums.

„Das ändert nichts daran, dass es im kommenden Jahr als Ausstellungsstätte bespielbar ist“, unterstrich Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ). Er sei mit dem Finanzminister übereingekommen, „dass die Ausstellungen des Jahres 2017 ungefährdet sind“. So zeigt man etwa ab dem 28. Oktober im Winterpalais die Ausstellung „Himmlisch!“ über den Barockbildhauer Johann Georg Pinsel.

Ob die Prunkräume des Baus aber nach 2017 wieder anderweitig genützt würden, liege nicht in seiner Hand: „Man kann es so interpretieren - aber diese Frage muss das Finanzministerium beantworten.“ Er persönlich würde eine Weiterführung der Museumsdependance jedenfalls begrüßen: „Ich finde das einen sehr guten Standort“, so Drozda.

Prunkräume im einstigen Winterpalais von Prinz Eugen (früheres Finanzministerium) in der Himmelpfortgasse in der Wiener Innenstadt
APA/Herbert Neubauer
Winterpalais des Prinz Eugen

„Einvernehmliche Vertragsauflösung“

Im Belvedere bestätigt man, das Ausstellungsprogramm für das Jahr 2017 werde abgewickelt, über die Nutzung der Räumlichkeiten über den 1. Jänner 2018 hinaus könne man noch nichts sagen, dies obliege dann dem Finanzministerium. In den Erläuterungen zum Budgetbegleitgesetz lautet die Formulierung jedenfalls: „Mit Ende des Jahres 2016 soll das Winterpalais an das Bundesministerium für Finanzen zurückgestellt und der betreffende Überlassungsvertrag zwischen dem Bund und der Österreichischen Galerie Belvedere einvernehmlich aufgelöst werden.“

2013 hatte die damalige Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) entschieden, die Prunkräume nach ihrer Sanierung nicht mehr für das Finanzministerium zu nutzen, sondern die 1.500 Quadratmeter dem Belvedere zur Bespielung zu überlassen, das damit sowohl in der Sommerresidenz als auch im Winterpalais von Prinz Eugen Ausstellungen ausrichtete - mehr dazu in Fekter: „Willst das Winterpalais?“.

Dafür flossen vom Finanzministerium jährlich 2,55 Mio. Euro an das Kulturministerium, das diese zweckgebunden ans Belvedere weiterreichte. Das Museum nutzte den neuen Standort seither einerseits für Barockausstellungen, andererseits für Zeitgenössisches etwa von Olafur Eliasson („Baroque Baroque“) oder zuletzt von Sterling Ruby.

Besucher im renovierten Winterpalais von Prinz Eugen in der Himmelpfortgasse
APA/Herbert Neubauer
Winterpalais des Prinz Eugen

Stadtpalais von Prinz Eugen von Savoyen

Das Winterpalais, also das einstmalige Stadtpalais von Prinz Eugen von Savoyen, war der erste Prunkbau des Feldherrn der Türkenkriege in Wien. Erst später setzte er mit dem Unteren und Oberen Belvedere zu noch größerer Pracht an, allerdings vor den damaligen Toren der Stadt. Das Winterpalais entstand in drei Bauphasen zwischen 1697 und 1724 in seiner heutigen Größe.

Seit Maria Theresias Zeiten war das Palais in Regierungshand - und wurde von der Hofkammer genutzt, als Vorgängerin des heutigen Finanzministeriums, das in den folgenden Jahrhunderten der Nutzer blieb. Unter dem 1848 eingerichteten k.k. Finanzministerium erfolgten immer wieder Adaptierungen und Restaurierungen. 1945 bis 1947 wurden die Kriegsschäden behoben und 1967 bis 1973 eine erste Sanierung der Prunkräume durchgeführt.

Neue Belvedere-Doppelführung am Montag

Drozda kündigte am Mittwoch weiters an, die neue Doppelführung des Belvedere Anfang der kommenden Woche bekannt zu geben. Er werde den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Agnes Husslein-Arco als künstlerische Leitung des Hauses und die neue kaufmännische Geschäftsführung am Montag präsentieren - mehr dazu in 86 Bewerbungen für Husslein-Nachfolge.

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