Fehlendes Gesetz blockiert Primärversorgung

Wiens einziges Primärversorgungszentrum zur Entlastung der Ambulanzen ist in der Mariahilfer Straße. Weitere Standorte sind geplant, die Umsetzung scheitert aber am fehlenden Gesetz für die vertraglichen Rahmenbedingungen.

Die gelebte Praxis im Primary Health Care (PHC) Medizin Mariahilf: Ein Team aus drei praktischen Kassen-Ärztinnen und Ärzten, die Montag bis Freitag bis 19.00 Uhr erreichbar sind. Es soll eine erste Anlaufstelle sein und nur, wenn es wirklich notwendig ist, sollen Patienten noch zum Facharzt oder in eine Spitalsambulanz geschickt werden.

Gesamt- oder Einzelverträge

In der Gruppenpraxis werden auch andere Leistungen wie etwa Diabetesberatung oder Wundpflege angeboten. Über den weiteren Ausbau seien sich die zuständigen Stellen Stadt, Ärztekammer und Krankenkasse prinzipiell einig, heißt es. Jedoch fehle immer noch ein einheitliches Bundesgesetz, das den rechtlichen Rahmen festlegen soll. Die Frage, ob Gesamt- oder Einzelverträge abgeschlossen werden, sorgt für Unsicherheit.

Die Ärztekammer will, dass auch alle künftigen Betreiber auf Basis des von ihr mit der Krankenkasse ausgehandelten bestehenden Gesamtvertrages abrechnen. „Wir haben es in Mariahilf gesehen. Da sind alle drei am Tisch gesessen und wir haben eine Lösung gefunden“, sagte Johannes Steinhart, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer - mehr dazu in Ärztekammer gegen Primärversorgung.

Die Krankenkasse will hingegen Einzelverträge: „Wir haben eine Art Besserstellungsklausel“, sagte Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse. Es werde aber für jene Mediziner, die bereits jetzt einen Vertrag mit den Krankenkassen ausmachen, keine Nachteile geben, sagte Reischl in „Wien heute“.

Tauziehen geht weiter

Die zuständige Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) betonte einmal mehr, dass die Versorgung für die Wienerinnen und Wiener garantiert sein müsse. „Stadt Wien, Ärztekammer und Sozialversicherungen - alle miteinander müssen auf Vetos verzichten und miteinander festlegen, was der Bedarf ist und dieser muss dann auch gedeckt werden“, sagte Wehsely - mehr dazu in Primärversorgung: Zwei weitere Standorte

Das Tauziehen um neue Standorte für den 13., 15., 17., 21. und 22. Bezirk gehen also offenbar weiter. Denn es gebe bereits Pläne für die neuen PHCs - konkrete Termine stünden aber noch nicht fest - mehr dazu in Verzögerung bei Primärversorgungszentren.

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