KAV: Personal fürchtet Ausgliederungen

Der Rohbericht des Rechnungshofs zum Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) sorgt weiter für Aufregung: Das Personal fürchtet Ausgliederungen und Einsparungen, die Personalvertreter wollen deshalb eine Klarstellung.

Seit erste Teile des Rechnungshof-Rohberichts zum KAV aufgetaucht sind, brodelt die Gerüchteküche und die KAV-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien verunsichert, sagt Susanne Jonak, Vorsitzende der Personalvertretung. „Nicht nur aufgrund der Berichterstattung sind viele Mitarbeiter verunsichert und kommen zu uns und fragen, ob es stimmt, dass der KAV ausgegliedert wird“, so Jonak gegenüber Radio Wien - mehr dazu in RH-Kritik: KAV gab 48 Mio. für Berater aus.

Einsparungen und Ausgliederung befürchtet

Die Personalvertreter fürchten nun eine Änderung der Rechtsform, also eine teilweise Ausgliederungen oder Privatisierungen - und damit einhergehende Einsparungen. Die Gewerkschafter haben deshalb ein Schreiben an den Vorstand verfasst, in dem sie eine Stellungnahme zu den Gerüchten und zur konkreten Zukunftsplanung fordern. Ziel sei, „dass die Mitarbeiter nicht mit Spekulationen leben müssen“, so Jonak.

KAV_Brief
ORF
Die Personalvertreter richteten sich mit einem Schreiben an den Vorstand

Konkret heißt es in dem an den KAV-Vorstand gerichteten und wien.ORF.at vorliegenden Brief, man vermisse die „Handschlag-Qualität“: „Zielvorgaben werden ständig gewechselt, eine verlässliche und langfristige Strategie fehlt.“ Und weiter: „Es entsteht der Eindruck, man wolle als öffentlicher Gesundheitsversorger womöglich bewusst scheitern, um so eine Begründung für eine etwaige Änderung der Rechtsform vorliegen zu haben.“

KAV hat „keinen Auftrag“ zu Ausgliederung

Beim KAV beruhigt man: Grundsätzlich obliege es der Eigentümerin, also der Stadt Wien, über die Rechtsform des KAV zu befinden. „Hier hat weder das Management, noch der Generaldirektor ein Pouvoir“, so Generaldirektor Udo Janßen gegenüber Radio Wien. „Richtig ist, dass es in der Vergangenheit im Zuge des Wiener Struktur- und Ausgabenreformvorhabens eine Meldung zur Ausgliederung gegeben hat, aber aktuell wird dieses Thema bei uns nicht bearbeitet“, betonte er.

Derzeit gebe es jedenfalls „keinen Auftrag der Stadt Wien, eine Arbeit durchzuführen, die auf die Richtung der Ausgliederung hinmündet“, so Janßen. Am Montag gibt es laut dem Generaldirektor allerdings ein Treffen mit den Personalvertretern, bei dem mögliche Missverständnisse und Unsicherheiten ausgeräumt werden sollen.

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