Gruft: Fußballer werben für Winterpaket

Der bevorstehende Kälteeinbruch wird für Obdachlose wieder zum Überlebenskampf. Das Winterpaket der Caritas soll ihnen helfen. Die Fußballer Robert Almer und Steffen Hofmann, Kapitäne von Austria und Rapid, werben dafür.

Ein „Derby des Zusammenhalts“ nannte Caritas-Präsident Michael Landau den gemeinsamen Appell der prominenten Fürsprecher. Die beiden Kicker haben seit Jahren ein Naheverhältnis zur Anlaufstelle unter der Mariahilferkirche, was man ihrem Umgang mit den Wohnungslosen durchaus anmerkte.

Hofmann und Almer begegneten den ungewöhnlichen Fans auf Augenhöhe und ohne Berührungsängste. Sie werben für eine Spende für das Winterpaket der Gruft. Es kostet 50 Euro und beinhaltet einen winterfesten Schlafsack sowie eine warme Mahlzeit.

Fußballer Robert Almer und Steffen Hofmann werben für die Gruft
APA/Stefanie Steindl
Robert Almer und Steffen Hofmann helfen nicht zum ersten Mal Obdachlosen

Grün-Violetter Schulterschluss für Obdachlosenhilfe

Hofmann war vor Kurzem zum zweiten Mal mit dem „Kältebus“ unterwegs und schilderte einen Fall aus erster Hand, der ihm besonders naheging. „Es war sehr, sehr ergreifend.“ Die mobile Akutbetreuung war aufgrund eines Anrufes nachts zu einem frierenden Slowaken am Kaiserwasser gerufen worden. Mangels eines verfügbaren Dolmetschers fungierte Rapid-Tormann Jan Novota am Telefon spontan als Übersetzer.

Nach einer Viertelstunde erklärte sich der Obdachlose bereit, in die Gruft mitzukommen und sich nicht noch eine Nacht im Freien der Witterung und anderen Gefahren auszusetzen. „Der Herr hätte den nächsten Tag wohl nicht erlebt“, zeigte sich der Rapid-Kapitän überzeugt. Rivalitäten gebe es in diesem Fall keine. „Es ist ganz wichtig, dass wir hier alle an einem Strang ziehen“, betonte Almer.

„Alles begann mit Schmalzbrot und Tee“

Weit mehr als eine halbe Million Nächtigungen hat die Gruft seit ihrer Gründung vor drei Jahrzehnten verzeichnet. Mehr als 110.000 warme Mahlzeiten wurden 2016 schon ausgegeben. „Alles begann mit Schmalzbrot und Tee“ schilderte Landau. Im November 1986 gab eine Schulaktion des Amerlinggymnasiums den Startschuss für eine Einrichtung, die auch heuer wieder Rekordzahlen schreiben wird. Bis 22. November wurden 5.528 Personen betreut - im Vorjahr waren es insgesamt 5.292.

Kältetelefon der Caritas: 01/4804553

Besonders bewährt habe sich das Caritas-Kältetelefon. Damit kann man Hilfe holen, wenn man einen Obdachlosen draußen übernachten sieht.

Landau bekräftigte bei dieser Gelegenheit seine Position zu einer bundesweiten Mindestsicherung, die sich „an der Not und der Wirklichkeit der Menschen orientiert“, und appellierte an die Verantwortlichen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Am 32. Dezember ist es zu spät.“

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