Weiter Streit um „Siemensäcker“

Das Wohnbauprojekt „Siemensäcker“ sorgt seit Monaten für Aufregung. Anrainer und Opposition kämpfen gegen die neuen Wohnhäuser und haben eine Petition gestartet. Doch nun soll das Projekt in einem Ausschuss bereits fixiert werden.

Die Petition ist auch bereits im Rathaus eingereicht worden, der Termin für den Petitionsausschuss sorgt nun allerdings für weitere Aufregung. Denn dieser ist am Dienstag, und zwar erst nach dem Stadtentwicklungsausschuss, wo das Projekt bereits fixiert werden soll. Die Bürgerinitiative kann ihre Stellungnahme also frühestens um 17 Uhr abgeben, sieben Stunden nachdem die Fläche im Ausschuss behandelt und eine Empfehlung an den Gemeinderat abgegeben wurde. Der nimmt die Empfehlungen des Ausschusses meist an.

Siemensäcker
ORF
Die „Siemensäcker“ sind seit Monaten heiß umstrittenes Gebiet

Bürgerinitiative spricht von „Farce“

Eine Farce nennt das Anrainer Alexander Kropf, der über 700 Unterschriften gesammelt hat. „Wir wollen zuerst einmal unsere Stellungnahme aufgearbeitet wissen. Denn wenn schon davor quasi eine Empfehlung, die vom Gemeinderat in der Regel angenommen wird, was bringt dann der Petitionsausschuss, in den viel Liebe, Arbeit und Mühe investiert wurde.“

Kritikpunkte am Großprojekt könnten danach nicht mehr eingearbeitet werden, kritisieren die Anrainer. Sie stören vor allem die geplanten drei 35 Meter hohen Wohntürme - die elf Stockwerke bekommen sollen. Insgesamt sollen mehr als tausend Wohnungen auf dem Areal entstehen, der geplanter Baubeginn ist Mitte 2018 - mehr dazu in Protest gegen Projekt Siemensäcker.

Forderung nach weniger Wohnungen

„Wir haben unsere Kernforderungen, die eindeutig auf der Hand liegen. Das heißt, wir wollen eine maximale Bauhöhe von 21 Metern, das ist die Bauklasse vier für eine sensible, abgestufte Bebauung“, so Kropf. Man sei nie gegen den Wohnbau auf der Fläche an sich gewesen, sondern spreche sich nur für einen angepassten, sozial verträglichen Wohnbau aus. Unterstützung haben sie auch von den Oppositionsparteien im Bezirk erhalten - mehr dazu in Siemensäcker: Bezirk gegen Pläne.

Außerdem setzen sich die Anrainer für eine strategische Umweltprüfung ein, die nur vor einer Flächenwidmung möglich sei. Ideal wäre es laut Kropf, wenn die geplante Bauhöhe und -dichte reduziert würde. „Dann wären da 158 Wohnungen weniger. Das ist genau die Fläche, um die es geht. So könnte man auch die Grundwasserproblematik zurückschrauben und das Verkehrskonzept besser gestalten.“

Link:

Werbung X