KAV-Chef Janßen sieht sich fest im Sattel

Udo Janßen, Chef des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) sieht sich weiter fest im Sattel. Zuletzt gab es immer wieder Ablösegerüchte und Kritik. Etwa für den Bau des Krankenhaus Nord, das nun kommendes Jahr eröffnet werden soll.

„Ich bin vor zwei Jahren als Generaldirektor geholt worden, um Veränderungen zu erwirken und das Spitalskonzept 2030 umzusetzen“, so der Chef des Wiener Krankenanstaltenverbunds, Udo Janßen, im APA-Interview. Er habe einen aufrechten Vertrag bis 2019, Gespräche über mögliche Ablöseprozesse hätte es nicht gegeben. Im Rathaus würde er sich noch ausreichend unterstützt fühlen, eine vorzeitige Kündigungsoption seines Vertrags gibt es nicht, versichert er.

Blick auf die Baustelle des "Krankenhaus Nord"
APA/Jäger
Das KH Nord (hier im August 2016) soll 2018 eröffnet werden

Rechnungshofbericht zu KH Nord am 18. Jänner

In die Kritik geraten war Janßen vor allem wegen der Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Krankenhaus Nord. Janßen verweist darauf, dass das Projekt unter seinem Vorgänger Wilhelm Marhold aufgesetzt worden sei. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die Bauarbeiten noch bis Jahresende abgeschlossen werden. Im Anschluss gebe es eine finale Überprüfung, bei der die Technik hochgefahren wird. „Man macht sozusagen den final check, ob das Krankenhaus tatsächlich alle Sicherheitsnormen erfüllt“, so der KAV-Generaldirektor.

Gleichzeitig würden die Einschulungen und Trainings für das Personal beginnen. In der zweiten Jahreshälfte 2018 sollen dann sukzessive die Patienten einziehen: „Wir schauen, dass wir 2018 vollbesiedelt sind.“ Wobei Janßen am Anfang schon mit kleinen Schwierigkeiten rechnet: „Die Erfahrungen bei solchen großen Umsiedlungsprojekten zeigen, dass es ein bis zwei Jahre braucht, bis alle Kinderkrankheiten aus dem Workflow ausgemerzt sind.“

Was die Kosten - inzwischen liegt man bei 1,1 Mrd. Euro - anbelangt, rechnet Janßen mit keinem großen Anstieg mehr. Auch Überraschungen infolge des Stadtrechnungshofberichts zum KH Nord, der am 18. Jänner veröffentlicht werden soll, erwartet er nicht: „Ich will jetzt nicht sagen, dass ich entspannt bin. Das wäre bei einem so großen Projekt nicht angebracht. Aber ich gehe nicht davon aus, dass etwas herauskommt, was wir nicht eh schon wissen.“

Udo Janßen
APA/Hans Punz
Janßen erwartet keine Überraschungen im Rechnungshofbericht

Längere Ambulanzöffnungszeiten erwartet

Kritik gab es an Janßen auch bei dem neue Dienstzeitenmodell. Organisatorisch seien viele Dinge angegangen worden, die in den zehn Jahren seines Vorgängers Marhold nicht verändert worden seien, erklärt Janßen. Nun sei man dabei, infolge des Spitalskonzepts auch einen leistungsorientierten Personalbedarfsplan für den medizinischen Bereich zu erarbeiten. Janßen kündigt an, dass noch heuer die Öffnungszeiten verschiedener Ambulanzbereiche erweitert werden.

Für Diskussionen sorgen immer wieder und auch aktuell Gangbetten in den Spitälern. Hier merkt Janßen an, dass diese grundsätzlich „in jedem Land in Zentraleuropa anzufinden“ seien, „weil die Kapazitäten der Spitäler endlich sind und nicht immer auf den maximal zu erwartenden Versorgungsbedarf ausgerichtet sind. Denn das würde bedeuten, in der Regel eine Überkapazität fahren zu müssen“, argumentiert er.

Was Wien anbelangt, gebe es normalerweise mehr verfügbare Betten als hinsichtlich der Einwohnerdichte eigentlich nötig. Derzeit sei die Lage aber angespannt, „weil wir Stationen aufgrund der Grippewelle in Isolierstationen umgewandelt haben“. Einen Vorfall, wie er jüngst vom Wilhelminenspital berichtet wurde, dürfe es aber nicht geben. Inzwischen hat Janßen den ärztlichen Direktor des Spitals angewiesen, die Zimmer zu belegen, wird versichert - mehr dazu in Kritik an Gangbetten in Spitälern.

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