Mehr verbale Attacken gegen AMS-Mitarbeiter

Die verbalen Übergriffe von Kunden gegen Mitarbeiter des Arbeitsmarktservices (AMS) nehmen zu: 2016 wurden in Wien bereits 750 Vorfälle registriert - um 50 mehr als im Jahr zuvor. Meist geht es um die Kürzung des Arbeitslosengeldes.

Beschimpfungen, Droh-E-Mails, Sachbeschädigungen, beleidigende Anrufe bis hin zu Bombendrohungen und tätliche Angriffen: Statistisch gesehen kommt es täglich zu drei verbalen Attacken von AMS-Kunden in Wien.

Draxl
ORF
Es gebe mehr verbale Attacken, sagt Wiens AMS-Chefin Petra Draxl

In den meisten Fällen haben die Arbeitssuchenden Termine nicht eingehalten und wehren sich gegen die Kürzung des Arbeitslosengeldes, sagt Wiens AMS-Chefin Petra Draxl gegenüber Radio Wien. „Es ist unsere Aufgabe, Menschen hier zu beruhigen und zu deeskalieren, ein Stück gehört es auch zum Job dazu.“ Zu tätlichen Auseinandersetzungen ist es in einem Fall im Jahr 2016 gekommen.

Hausverbot bei mehreren Vorfällen

Gegen verbale Attacken werden die Beschäftigten speziell geschult. „Wir fahren seit Jahren ein gleiches Konzept. Das heißt, wir haben Securitys in allen unseren Häusern, in allen regionalen Geschäftsstellen. Und wir haben ein sehr ausgefeiltes Sicherheitskonzept. Alle Mitarbeiter werden geschult und wir arbeiten mit der Polizei zusammen“, so Draxl.

Meist muss der Sicherheitsdienst einschreiten, im Extremfall wird auch die Polizei geholt, sagte Draxl. Wer wiederholt auffällt, bekommt in den AMS-Dienststellen Hausverbot. Zugenommen haben laut der Wiener AMS-Chefin Diebstähle und Einbrüche in den Geschäftsstellen. „Hier gilt, nur wiederholt zu sagen: Bei uns gibt es nichts zu holen. Es gibt kein Bargeld.“ So habe es zahlreiche Sachbeschädigungen bei den Einbrüchen gegeben. Allerdings: „De facto ist gar nichts weggekommen.“

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