Kohlehändler Gewinner der Kältewelle

Die Fernwärmekraftwerke von Wien Energie sind im Dauereinsatz. Derzeit müssen 30 Prozent mehr Wärme erzeugt werden, als an normalen Wintertagen. Kohlehändler, die finanziell zu kämpfen haben, profitieren von der Kälte.

Wien erlebt zurzeit eine Kältewelle. Temperaturen von bis zu minus 17 Grad lassen die Fernwärmekraftwerke von Wien Energie auf Hochtouren laufen. Keine direkte Konkurrenz von Wien Energie ist der Kleinkohlenhändler Peter Hinterhoger. Doch auch er profitiert von den tiefen Temperaturen. Er verkauft seit 25 Jahren in der Kandlgasse in Neubau Kohle, Holz und andere Brennstoffe. Sein Geschäft habe sich eigentlicht verschlechtert, da „der Winter immer weniger“ werde, sagt Hinterhoger.

Kohlehändler Weber Kohle
ORF
Kleinhändler profitieren von den kalten Temperaturen

38 Millionen Kubikmeter Gas in einer Woche

Umso größer sei seine „Freude“ über die aktuelle Kälte. Vor allem zwei Brennstoffe verkaufen sich besonders gut: „Momentan geht Holz überhaupt am besten. Danach kommt Koks.“ Aktuell bringt Hinterhoger drei bis fünf Tonnen Holz und zwei Tonnen Koks pro Woche an den Mann.

Um ungleich größere Mengen geht es bei der Wien Energie. In der vergangenen Woche wurden über 38 Millionen Kubikmeter Gas verbraucht, sechs Prozent mehr als in der ersten Kalenderwoche 2016. „Wir erwarten morgen Früh die höchsten Erzeugungswerte. Damit liegen wir um 30 Prozent höher bei der Erzeugung, als an einem normalen Wintertag“, erklärt Boris Kaspar, Pressesprecher von Wien Energie gegenüber Wien heute.

Fernwärmekraftwerke laufen auf Hochtouren
ORF
Fernwärmekraftwerke von Wien Energie sind noch nicht ausgelastet

Wien Energie: „Viertel an Kapazitäten frei“

Auch wenn diese Kältwelle im Vergleich zu den Vorjahren besonders stark ist, hat Wien Energie genügend Reserven, um seine Kunden mit Wärme zu verosrgen: „Selbst an Spitzentagen, mit Spitzenwerten, haben wir immer noch rund ein Viertel an Kapazitäten frei. Das heißt, Wien ist sicher mit Wärme versorgt.“

Als Faustregel kann man annehmen: Jedes Grad Unterschied bei der Außentemperatur wirkt sich bei der Wärmeleistung mit 40 bis 60 Megawatt aus. Für die Nacht auf Mittwoch bedeutet das eine Wärmeleistungsspitze von 2.150 Megawatt. Die Kälte trifft vor allem Obdachlose schwer - mehr dazu in Kälte: Notschlafstellen fast ausgelastet.

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