Wehsely geht zu Siemens

Eine Personalentscheidung in der Wiener SPÖ ist gefallen: Sonja Wehsely wird am 26. Jänner die Wiener Stadtregierung und die Politik verlassen. Bürgermeister Michael Häupl äußerte „vollstes Verständnis“.

„Ich werde am 26. Jänner das letzte Mal bei einer Gemeinderatssitzung sein. Ich habe vor dieser Pressekonferenz den Herrn Bürgermeister über meinen Schritt informiert, der ihn zur Kenntnis nimmt. Ich werde ab April in einem international tätigen Unternehmen eine Führungsaufgabe erhalten und aufnehmen und in dem Bereich weltweit Verantwortung tragen. Das ist eine riesige Verantwortung, die ich sehr sehr gerne annehme“, sagte die scheidende Gesundheits- und Sozialstadträtin Wehsely bei einer Pressekonferenz am Freitag.

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Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ)

Zu Siemens nach Erlangen

Wehsely wird per 1. April die Führung der Siemens Healthcare GmbH in Erlangen verstärken und dort dafür verantwortlich sein, globale Wachstumsfelder auf den Gesundheitsmärkten zu betreuen. Die Entscheidung dafür sei schon vor Monaten gefallen, so Wehsely. Nach 20 Jahren in der Politik sei es an der Zeit gewesen, über Veränderung nachzudenken. Der Vertrag bei Siemens sei am Donnerstag unterzeichnet worden.

Die 46-Jährige galt bereits länger als Ablösekandidatin in der roten Stadtratsriege. Zuletzt hatten sich die Probleme in ihrem Ressort gehäuft - darunter steigende Kosten im Krankenhaus Nord - mehr dazu in KH Nord wird Fall für Rechnungshof und jüngst die Gangbettenproblematik in städtischen Krankenhäusern - mehr dazu in Gangbetten: Wehsely lässt Spitäler prüfen.

Häupl: „Habe vollstes Verständnis“

Wiens Bürgermeister Häupl bedankte sich am Freitag bei der scheidenden Gesundheitsstadträtin und betonte: „Ich habe vollstes Verständnis für die Entscheidung, nach 13 Jahren in der Wiener Stadtpolitik neue Herausforderungen in der Privatwirtschaft anzunehmen“, sagte er.

„Ich bedanke mich bei Sonja Wehsely für ihre engagierte Arbeit und wünsche ihr alles Gute für ihren weiteren Weg“, so Häupl weiter. Über die Nachfolge im Gesundheitsressort wird laut dem Stadtchef bei der Vorstandstagung der Wiener SPÖ kommende Woche entschieden.

Seit 1993 in der Politik aktiv

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien, der Sponsion und einem Gerichtsjahr war Wehsely von 1996 bis 2004 als Personalmanagerin in einer Versicherung tätig. Politisch aktiv war Wehsely seit dem Jahr 1993. Zunächst war sie bis 1996 Bezirksrätin in der Leopoldstadt, von 1996 bis 2004 Abgeordnete zum Wiener Landtag und Mitglied des Gemeinderates der Stadt Wien.

Von 2004 bis 2007 bekleidete sie das Amt der Stadträtin für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal. Seit 2007 ist sie als Stadträtin für Gesundheit und Soziales tätig. Daneben war sie von 2005 bis 2013 stellvertretende Vorsitzende der SPÖ-Leopoldstadt und ist seit 2007 stellvertretende Vorsitzende der SPÖ-Wien - mehr dazu in Wehsely, „Wienerin mit Leib und Seele“.

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