Erste Testfahrt der U1 nach Oberlaa

Anfang September wird die Verlängerung der U-Bahn-Linie U1 bis Oberlaa offiziell eröffnet. Am Montag war bereits der erste Testzug unterwegs. Die Gleise sind also fertig, gearbeitet wird noch an den fünf neuen Stationen.

Da der Einbau der Strom- und Signaltechnik noch im Gang ist, musste der U-Bahn-Zug bei der Probefahrt noch von zwei Elektroloks gezogen bzw. geschoben werden. Diese Arbeiten werden laut Wiener Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl im Frühjahr abgeschlossen sein. Danach beginnen weitere Einstell- und Testfahrten auf der neuen Strecke.

Bauarbeiten im Zeitplan

Die Bauarbeiten seien bisher unfallfrei verlaufen, freute sich Reinagl. „Es gab keine gröberen Vorkommnisse, die heilige Barbara hat uns alle beschützt.“ Zudem liege man voll im Kosten- und Zeitplan. Eröffnet werden soll die neue Strecke Richtung Süden am 2. September 2017. Derzeit wird vor allem am Innenausbau der fünf neuen Stationen gearbeitet. Die Wand- und Deckenpaneele sind in einigen Stationen bereits angebracht, auch die Steinmetzarbeiten mit der Verlegung von Steinplatten am Bahnsteig stehen vor dem Abschluss.

Karte vom Wiener U-Bahn-Netz
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Wiener Linien

Zufrieden mit dem Baufortschritt zeigten sich auch „Öffi“-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ), die an Bord des Probezugs waren. „Wien ist eine wachsende Stadt, dem tragen wir auch insofern Rechnung, als wir die U-Bahn ausbauen“, sagte Sima. Leichtfried erklärte, selbst Besitzer einer Jahreskarte zu sein und oft mit der U-Bahn ins Büro zu fahren: „Die U-Bahn ist meines Erachtens das beste Verkehrsmittel in Wien.“

15 Minuten vom Stephansplatz nach Oberlaa

Die Fahrzeit von Oberlaa zum Stephansplatz wird mit der U1 künftig nur 15 Minuten betragen. Fünf neue Stationen - Troststraße, Altes Landgut, Alaudagasse, Neulaa und Oberlaa - kommen bei der Verlängerung dazu. Rund die Hälfte der Strecke verläuft unter der Erde, ab der Station Alaudagasse fährt die U-Bahn bis zur neuen Endstation Oberlaa an der Oberfläche.

Mit der Eröffnung des 4,6 Kilometer langen Abschnitts wird die U1 mit insgesamt mehr als 19 Kilometern Strecke zur längsten U-Bahnlinie Wiens. Rund 600 Millionen Euro werden in den Ausbau der roten Linie investiert. Die Kosten teilen sich Stadt und Bund zur Hälfte. Besonders profitieren werden die 50.000 Favoritner, die im Einzugsbereich der neuen Stationen leben. Auch die Therme Wien wird durch den U-Bahn-Ausbau schneller öffentlich erreichbar sein.

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