Russendenkmal beschmiert: Botschaft protestiert

Das „Heldendenkmal der Roten Armee“ auf dem Schwarzenbergplatz ist erneut mit Farbe beschüttet worden. Die russische Botschaft schickte deshalb eine Protestnote an das Außenministerium und forderte Schutzmaßnahmen.

Die Landespolizeidirektion Wien bestätigte am Dienstag den Eingang einer Anzeige und Ermittlungen gegen unbekannte Täter wegen des Verdachts auf schwere Sachbeschädigung. Die Täter leerten wahrscheinlich bereits am Montagvormittag die dunkellila Farbe auf das Fundament des Denkmals. Sie verunstalteten damit einen historischen Erlass, in dem der damalige sowjetische Oberbefehlshaber Josef Stalin Rotarmisten für ihren Einsatz bei der Befreiung Wiens auszeichnete.

Reinigungsarbeiten nach einem Farbanschlag 2012
APA/Georg Hochmuth
Reinigungsarbeiten am Denkmal - hier nach einem Farbanschlag im Jahr 2012

Beschmierungen bereits in vergangenen Jahren

„Wir haben schon oft darauf hingewiesen, dass bei der Wiederholung derartiger Dinge Maßnahmen zum Schutz des Denkmals eingeleitet werden müssen“, erklärte ein Sprecher der russischen Botschaft und erinnerte an vergleichbare Vorfälle in den Jahren 2014 und 2016.

Über mögliche Täter wolle man in der Botschaft nicht spekulieren, weil es sich um ein „sensibles Thema“ handle, sagte der Sprecher. In einer Presseaussendung der Botschaft wurde der aktuelle Vorfall als „Schändung“ bezeichnet.

Denkmal erinnert an 1945 gefallene Soldaten

Der Denkmalkomplex auf dem Schwarzenbergplatz soll an knapp 20.000 sowjetische Soldaten erinnern, die Anfang April 1945 bei der „Schlacht um Wien“ zu Tode kamen. Die Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion über Nazideutschland zählt zu den wichtigsten Elementen der offiziellen Geschichtspolitik Russlands. Lauter Protest gegen die Verunstaltung oder Entfernung sowjetischer Heldendenkmäler, insbesondere in Ländern des ehemaligen Ostblocks, gehört zum Standardrepertoire des Außenministeriums in Moskau.

Deutliche Kritik am Vorfall kommt aber auch vom ukrainischen Botschafter in Wien, Alexander Scherba. „Vandalismus in Bezug auf Gefallene ist ein Verbrechen und Barbarei“, schrieb Scherba am Montagabend auf Facebook.

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