„Multika“-Kindergärten: Förderungen gestoppt

Über die privaten „Multika“-Kindergärten ist nun doch ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Betreiberin informierte am Mittwoch die Eltern. Die Stadt Wien stoppte zudem wegen Ungereimtheiten die Förderzahlungen.

„Wir haben die Förderungen jetzt eingestellt“, erklärte die stellvertretende Leiterin der zuständigen MA 10, Eva Reznicek, am Donnerstag. Es habe nun ein Masseverwalter die Leitung der Kindergärten übernommen. Es werde sich erst in den nächsten Wochen im Detail herausstellen, wie die Vermögenswerte des Vereins aussehen und wie es mit den sieben Standorten weitergehen kann.

Multika Kindergärten
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Rund 240 Kinder sind betroffen

Eltern, die eventuell ihre Kinder ummelden wollen, biete man gerne Hilfestellung, so Reznicek. Generelle Infos gibt es telefonisch unter 01/2775555, im Falle einer konkreten Platzsuche werde man dann an die entsprechenden Servicestellen weiterverwiesen.

Laut Verein zu wenige Kinder angemeldet

Die „Multika“-Vereinsleitung versicherte, dass man alles tue, um die Kindergärten fortzuführen. „Eine Sanierung wird angestrebt“, so Vereinsobfrau Alissa Baumgartner-Capatu. Der Grund für die abermaligen finanziellen Probleme sei, dass man im Herbst zu wenig Kinder gehabt habe. Die Obfrau sprach von einem Rückgang um rund 15 Prozent. Das bedeute auch weniger Fördergelder. Erst im Dezember sei die Auslastung wieder gestiegen. „Ich hoffe, dass die Eltern uns treu bleiben werden“, appellierte sie.

Der Verein „Multika“ ist seit 2009 in Wien aktiv und betreibt mehrsprachige Privatkindergärten mit deutschem, englischem, russischem oder ungarischem Angebot. Die meisten Standorte - vier von sieben - befinden sich in Hernals. Insgesamt sind rund 240 Kinder betroffen. Anfang der Woche hatte Baumgartner-Capatu Gerüchte um eine Pleite noch dementiert - mehr dazu in Kein Konkurs von „Multika“-Kindergärten.

Höhe der Schulden unbekannt

Auch mehrere Gläubigerverbände informierten am Donnerstag über das Insolvenzverfahren. „Derzeit wurde kein Antrag auf Sanierung eingebracht. Ob ein solcher geplant ist, kann im Moment noch nicht gesagt werden und wird im Zuge des Verfahrens geklärt“, heißt es etwa in einer Aussendung des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV). Offen ist auch, wie viele Gläubiger betroffen sind bzw. wie hoch die Schulden des Vereins sind.

Schreiben an die Eltern
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Die Eltern wurden mit einem Schreiben informiert

Laut MA 10 zu niedrige Gehälter gezahlt

Die Stadt prüft die „Multika“-Kindergärten derzeit. Laut der zuständigen MA 10 wurden phasenweise nämlich zu niedrige Gehälter gezahlt. Außerdem war teilweise zu wenig Personal vor Ort. Hinweise auf eine zweckwidrige Verwendung von Fördergeldern - der Verein bekam zuletzt 1,3 Mio. Euro an jährlicher Unterstützung - gebe es allerdings nicht, versicherte Reznicek unmittelbar nach Bekanntwerden der Probleme vor einer Woche - mehr dazu in MA 10: Kein Missbrauch bei „Multika“.

Die Behörde hatte den Verein aufgefordert, zu den Ungereimtheiten Stellung zu nehmen bzw. einen Plan vorzulegen, wie die Sache wieder in Ordnung gebracht werden kann. Zeit gegeben hatte man dem privaten Träger bis 23. Jänner. Der Träger ist jedenfalls nicht das erste Mal in finanziellen Turbulenzen. Bereits vor einigen Jahren wurde Insolvenz angemeldet. Damals wurde ein Sanierungsverfahren eingeleitet, das im Vorjahr abgeschlossen werden konnte.

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