AUA bildet wieder Piloten aus

Erstmals nach zwei Jahren bildet Austrian Airlines (AUA) wieder eigene Piloten aus: Ein erster zweijähriger Kurs für 23 junge Frauen und Männer startete diese Woche in Deutschland. In künftigen Ausbildungskursen ist noch Platz.

Im Vorjahr wurden 145 fertig ausgebildete Piloten bei der AUA aufgenommen. Nun startete die österreichische Lufthansa-Tochter gemeinsam mit der European Flight Academy die Ausbildung eigener Piloten.

Der erste Trainingsflug wird voraussichtlich im August 2017 in Goodyear/Arizona (USA) stattfinden. Am Ende der rund 21 Monate dauernden Ausbildung steht die Verkehrsflugzeugführerlizenz (Airline Transport Pilot License, ATPL).

Heuer zahlreiche Aufnahmekurse

Im Anschluss müssen die Absolventen die Berechtigung für den Flugzeugtyp erwerben, auf dem sie dann ihre fliegerische Laufbahn bei Austrian Airlines beginnen werden. In diesem Fall werden die Jungpiloten auf Flugzeuge des Typs Bombardier Dash 8-400, Embraer 195 oder A320 geschult.

Weitere 24 Teilnehmer wurden bereits für einen im April startenden Kurs ausgewählt. Für den August-Kurs bzw. weitere Kurse im Jahr 2018 werden noch Schülerinnen und Schüler gesucht. Die Pilotenausbildung kostet die Bewerber mindestens 60.000 Euro. Sie müssen in den ersten zehn bis 15 Dienstjahren zurückgezahlt werden. - mehr dazu in AUA-Pilotenauswahl: 90 Prozent fallen durch

AUA-Piloten
Austrian Airlines – Michele Pauty

Keine Einstellungen wegen Tarifsstreits

In den Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings herrscht hingegen wegen des Tarifstreits mit der deutschen Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ seit Beginn 2014 ein faktischer Einstellungsstopp zu den Bedingungen des Konzerntarifvertrags. Dort könne man erst wieder einstellen, wenn die tariflichen Bedingungen für die notwendige Kostensenkung erreicht sind, sagte ein Sprecher in Frankfurt.

Wegen des Einstellungsstopps warten weiter fast fertig ausgebildete Lufthansa-Flugschüler auf eine Anstellung bei der Muttergesellschaft. Ihre Vertretung bezifferte die Zahl der unversorgten Flugschüler auf rund 400. Die meisten übrigen hätten inzwischen Zeitverträge zu geringeren Konditionen bei anderen Fluggesellschaften auch innerhalb des Konzerns unterschrieben.

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