20 Tschetschenen wieder auf freiem Fuß

Nach der Massenfestnahme von 22 Tschetschenen am Freitagabend in Floridsdorf sind 20 von ihnen wieder auf freiem Fuß. Alle wurden jedoch aufgrund der Beteiligung an einer kriminellen Organisation angezeigt.

Zwei Tschetschenen befanden sich am Sonntag noch wegen fremdenrechtlicher Angelegenheiten in Polizeigewahrsam. Alle 22 Beteiligten wurden nach Paragraf 278 StGB - Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung - auf freiem Fuß angezeigt.

Zehn Hausdurchsuchungen

Eine der von der Polizei sichergestellten Waffen - eine Pistole - konnte einem Verdächtigen zugeordnet werden, berichtete die Exekutive. Er wurde nach dem Waffengesetz angezeigt. Außerdem wurden zehn Hausdurchsuchungen des Landeskriminalamts Wien unter Beteiligung des Einsatzkommandos Cobra durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte die laufenden Ermittlungen.

Donauinselplatz
ORF
Stöbereinsatz am Samstagnachmittag auf der Donauinsel

Spürhund entdeckte Pistole

Die 22 Tschetschenen wurden Freitagabend auf der Donauinsel festgenommen. Die Polizei fand Waffen und Munition, darunter auch eine Maschinenpistole. Bei einem Stöbereinsatz wurde dann Samstagnachmittag von einem Sprengmittelspürhund eine weitere Pistole mit Munition im Schnee entdeckt - mehr dazu in Maschinenpistole sichergestellt: 22 Festnahmen.

Schärferes Vorgehen angekündigt

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) sprach von Bandenrivalität als Hintergrund. Er kündigte gegenüber der APA auch an, künftig noch schärfer gegen kriminelle Asylwerber vorgehen zu wollen. Von den 22 aus Tschetschenien stammenden Männern seien 16 Personen Asylberechtigte und vier Asylwerber gewesen. Zwei hätten bereits negative Bescheide ausgestellt erhalten. Es könne nicht sein, dass Asylwerber und Asylberechtigte, die Schutz suchten, das Gastrecht missbrauchten und zu einer „Gefahr für die Bevölkerung“ würden, sagte Sobotka.

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