Schulärzte verweigern Impfungen

An einigen Wiener Schulen gibt es Aufregung über einen Impfstopp: Die Schulärzte weigern sich aus Haftungsgründen, die Kinder zu impfen. Elternvertreter fürchten, dass damit viele Schüler die nötigen Impfungen nicht mehr bekommen.

Mit einem Schreiben sorgt die Schulärztin am Gymnasium in der Linzer Straße in Penzing für Aufsehen. Sie schreibt, dass „die Durchführung von Impfungen an der Schule, wie bisher üblich, nicht mehr vorgesehen ist“. Die Ärztin impft die Kinder nicht mehr wie gewohnt, weil sie bei möglichen Schäden haftet. Immer mehr Schulärzte folgen diesem Beispiel, sagen Elternvertreter. Sie fürchten, dass damit die Durchimpfungsrate sinkt.

Eltern mit Impfungen „überfordert“

„Der Wegfall dieses Angebotes stellt unserer Meinung nach eine enorme Verschlechterung für alle impfwilligen Eltern dar. Von nun an muss jeder selbst zeitgerecht dafür sorgen, dass sein Kind geschützt wird“, so eine Elternvertreterin gegenüber dem ORF. „Es ist absehbar, dass viele Eltern mit der Selbstorganisation überfordert sein werden und daher viele Kinder, die früher in den Genuss der Schutzimpfungen gekommen sind, nun um diese Leistungen umfallen werden.“

Impfung Allergie
APA/dpa/Arne Dedert
Schulärzte haften bei Problemen nach Impfungen

Bündelversicherung als mögliche Lösung

Roman Häfele, der Chef der Wiener Schulärzte, bestätigt: Nach Problemen bei einer Impfung sei die rechtliche Lage im Herbst geklärt worden. Seitdem steht fest, dass die Schulärzte haften. Einige impfen seither nicht mehr. Eine Bündelversicherung für alle Schulärzte soll das wieder ändern und die Haftung übernehmen. Bis es die gibt, kontrollieren die Schulärzte die Impfpässe der Kinder - wenn eine Impfung fehlt, bekommen die Eltern eine Nachricht.

Impfbrief
ORF
Im Schreiben an die Eltern heißt es, dass „die Durchführung von Impfungen an der Schule, wie bisher üblich, nicht mehr vorgesehen ist“

„Ich empfehle Ihnen und bitte Sie, dies zu tun“

Die Schulärztin des Gymnasiums in der Linzer Straße informiert in ihrem Schreiben die Eltern auch über die im Österreichischen Impfplan empfohlenen Impfungen für die jeweilige Altersgruppe. Vorgesehen sind etwa die Impfungen Hepatitis B und Meningokokken C für die sechste Schulstufe, Masern-Mumps-Röteln für die siebente Schulstufe und Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio für die achte Schulstufe. „Diese Impfungen können Sie bei Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin (...) oder am Bezirksgesundheitsamt kostenfrei durchführen lassen. Ich empfehle Ihnen und bitte Sie, dies zu tun“, heißt es in der Elterninfo.

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