Diskussion um Blindenampeln

Seit drei Jahren gibt es auf der Mariahilfer Straße neuartige Blindenampeln, die mit Chip oder Schlüssel aktiviert werden müssen. Für Blindenverbände nicht die ideale Lösung, mit der MA 33 soll über Alternativen diskutiert werden.

Die Blindenampeln werden durch einen Chip oder Schlüssel aktiviert, den nur Menschen mit einem Behindertenpass bei der ÖAR beantragen dürfen. Mit dem Schlüssel ertönt ein akustisches Freigabesignal für die sehbehinderten Fußgänger, die dann sicher über die Straße gehen können. 25 dieser speziellen Ampeln gibt es in ganz Wien, fünf davon in der Begegnungszone in der Mariahilfer Straße.

Seit 1993 werden die Schlüssel von der ÖAR ausgegeben. Bisher waren das genau 33.669 in ganz Österreich, davon 7.617 in Wien. Wie viele der Euro-Keys derzeit wirklich noch in Verwendung sind, ist nach Angaben der ÖAR schwer abzuschätzen.

Schlüssel bei Blindenampel
ORF
Für die Aktivierung der Ampel wird ein Schlüssel benötigt

Gespräche über Alternativen

Auch die Aktivierung per Chip ist für Betroffene nicht ideal, gerade in der winterlichen Handschuhzeit oder beim Einkaufen. Touristen mit Behinderung können die Ampeln gar nicht nutzen, weil sowohl Schlüssel als auch Chip erst beantragt werden müssen.

„Eine Alternative könnte das Tastersystem sein, wie wir uns das wünschen. Die Auslösung findet erst nach drei oder fünf Sekunden statt. Erst wenn man drei Sekunden auf der Taste bleibt, wird die Grünschaltung ausgelöst“, so Bayram Cigci vom Blinden- und Sehbehindertenverband gegenüber „Wien heute“.

Diskussion um Blindenampeln

Auf der Mariahilfer Straße wurden spezielle Ampeln für Blinde und gehbehinderte angebracht. Vom Blindenverband kommt aber Kritik.

Alternativmodell am 1. März

Der Sehbehindertenverband arbeitet in einem Gremium mit drei anderen Blindenverbänden derzeit an einem Alternativmodell, welches am 1. März in einer Verhandlung mit der Magistratsabteilung MA 33 präsentiert werden soll. Aus der MA 33 gibt es dazu keine Stellungnahme. Wie es mit den Blindenampeln in Zukunft weitergehen soll, ist also vorerst ungewiss.

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