Heumarkt: Drozda will mehr Einfluss

In der Debatte um ein Hochhausprojekt auf dem Heumarkt-Areal meldet sich nun auch Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) zu Wort. Er will mehr Einfluss für den Bund bei Bauprojekten, die den Welterbestatus betreffen.

Die Forderung nach einer „klaren Bund-Kompetenz“ habe Drozda im Kulturausschuss des Parlaments am Mittwoch erhoben, sagte eine Sprecherin des Ministers. Bei internationalen Staatsverträgen, so wie jenem zwischen der UNESCO und der Republik Österreich zum Weltkulturerbe, soll der Bund mehr Kompetenzen zugesprochen bekommen, um sicherzustellen, dass die Verpflichtungen eingehalten und umgesetzt werden, so die Sprecherin.

Visualisierung Heumarkt Verkleinerung
Isay Weinfeld/Sebastian Murr
Vor allem der geplante Turm stört die UNESCO

Die derzeitige Situation sei wenig befriedigend, da das Ministerium zwar für die Einhaltung der Verträge zum Schutz des Weltkulturerbes verantwortlich sei, allerdings nur begrenzte Möglichkeiten zur Einflussnahme habe, da die Umsetzungskompetenzen auf Ebene der Länder und Gemeinden liegen. Der Vorschlag soll nun in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu Föderalismusfragen diskutiert werden.

Kompetenz liegt derzeit bei Stadt Wien

Anlass für die Forderung ist die Neugestaltung des Wiener Heumarkt-Areals. Die Entscheidung für die Umsetzung des umstrittenen Hochhausprojekts, also unter anderem die Raumordnungs- und Flächenwidmungsangelegenheiten, liegt derzeit bei der Stadt Wien. Geht es nach dem Kulturminister, soll der Bund künftig im Bedarfsfall die Kompetenzen an sich ziehen können. Im Fall des Hochhausprojekts am Heumarkt-Areal würde das bedeuten, dass der Bund „eine aktive Rolle im Raum- und Flächenwidmungsverfahren einnehmen“ kann, hieß es aus dem Ministerium.

UNESCO mit Plänen nicht zufrieden

Auf dem Areal zwischen Hotel und Konzerthaus mit dem dazwischen liegenden Eislaufverein ist der Bau eines knapp über 66 Meter hohen Turms vorgesehen. Das Hotel wird abgerissen und neu errichtet. Obwohl diese Pläne bereits eine Redimensionierung des ursprünglichen Vorhabens darstellen, zeigten sich Vertreter der UNESCO hinsichtlich des Erhalts des Weltkulturerbes weiterhin unzufrieden - mehr dazu in -Heumarkt: UNESCO sieht „Präzedenzfall“ und in Heumarkt-Areal: Stellungnahme an UNESCO.

Auch rund 200 Künstler sprachen sich kürzlich gegen das Hochhausprojekt aus. In einem Aufruf fordern etwa Lukas Resetarits, Erika Pluhar und Karl Markovics die Überarbeitung des Entwurfs unter Einhaltung der UNESCO-Auflagen - mehr dazu in Heumarkt-Areal: Künstler fordern Projektstopp.

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