Opernball: Promis, Premieren und Protest

Der Rote Teppich für die 5.000 Gäste des 61. Opernballs ist bereits ausgelegt: Zum ersten Mal wird unter der Organisatorin Maria Großbauer gefeiert. Das ist nicht die einzige Premiere des Abends - u.a. dirigiert erstmals eine Frau.

Eine Premiere gibt es auch in der Politik: Sowohl Bundespräsident Alexander Van der Bellen als auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) besuchen den Ball erstmals in offizieller Funktion. Für Van der Bellen, der in Begleitung seiner Ehefrau kommt, wird es überhaupt der erste Opernball sein. Staatsgast hat er keinen eingeladen. Bundeskanzler Kern, der ebenfalls mit seiner Frau kommt, ist hingegen ein versierter Opernballbesucher: Er hat das Fest bereits in seiner Zeit als ÖBB-Chef beehrt. Staatsgast hat auch er keinen - mehr dazu in Opernball: Debüt für Präsident und Kanzler.

Erstmals dirigiert eine Frau die Eröffnung

Bei der Eröffnung wird heuer mit der Italienerin Speranza Scappucci erstmals eine Frau dirigieren. „Es ist eine große Ehre, die erste Frau zu sein, die die Opernballeröffnung dirigiert. Und es ist eine große Ehre, weil es in der Wiener Staatsoper ist“, sagte sie gegenüber der APA. Höhepunkt der Eröffnung dürfte dann der Auftritt von Jonas Kaufmann sein. Der Startenor wird „La fleur que tu m’avais jetee“ aus „Carmen“ von Georges Bizet sowie „Dein ist mein ganzes Herz“ aus „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehar darbieten - mehr dazu in Startenor Kaufmann eröffnet Opernball.

Für die Eröffnungschoreografie des Jungdamen- und Herrenkomitees war erneut Ballprofi Roman Svabek zuständig. Der Tanzlehrer hat heuer gemeinsam mit den 144 Debütantenpaaren - die Polka „Künstler-Gruss“ von Josef Strauß einstudiert. Die Choreografie ist Svabek zufolge „sehr lieblich und beschwingt“. „Es wird sehr schön, viele Schwarz-Weiß-Wechsel, viele Opernzitate“, erklärte der Zeremonienmeister. Am Ende überreichen die Herren den Damen schließlich eine silberne Rose in Anspielung auf die Oper „Der Rosenkavalier“.

Großbauer will Oper in den Vordergrund rücken

Die silberne Rose kommt nicht von ungefähr: Großbauer will heuer noch mehr die Oper selbst in den Mittelpunkt des Fests rücken. So steht schon der Blumenschmuck entsprechend im Zeichen der „Zauberflöte“, aus dem Heurigen wird eine „Wolfsschlucht“ aus dem „Freischütz“, und weitere Motive aus diversen Opern sind quer durch das Haus verteilt - mehr dazu in Startschuss für neue Opernball-Direktorin.

Richard Lugner wird heuer von der „sehr pflegeleichten“ US-Schauspielerin Goldie Hawn begleitet. „Sie hat Golden Globe, sie hat Oscar, sie hat alles“, freute sich der Baumeister im Vorfeld. Auf dem Boulevard hat Lugner allerdings glatte Konkurrenz: In einer einzigen Loge werden sich die Dschungelcamper Gina-Lisa Lohfink und Florian Wess sowie Lugners Ex-Spatzi Cathy und die „Botox Boys“ alias Arnold und Oskar Wess sowie Manager Helmut Werner manifestieren - mehr dazu in Opernball: Hawn hat „Österreich-DNA“.

Maler Helnwein kommt, Lagerfeld designt nur

Welche Promis sonst noch kommen, war im Vorfeld unklar. Stardesigner Karl Lagerfeld hat zwar heuer die Tiara der Debütantinnen entworfen, selbst antanzen dürfte er aber nicht. Bestätigt ist der Besuch von Maler Gottfried Helnwein. Schlechte Nachrichten gibt es für Raucher: Heuer herrscht im gesamten Haus Rauchverbot. Es werden aber beheizte Raucherzonen mit Bar-Service unter den Arkaden auf beiden Seiten der Staatsoper eingerichtet.

Eine weitere Premiere steht am Donnerstag an: Zum ersten Mal seit Jahren wird der Opernball wieder von einer Gegendemo begleitet, zu der in größerem Rahmen aufgerufen wird. Der Protest richte sich gegen ein „dekadentes Fest der Reichen“, wie die Veranstalter - die Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ) und der Kommunistische Studentenverband (KSV) - bekannt gaben. Ziel der Demo ist aber nicht die Oper selbst, sondern das Omofuma-Denkmal - mehr dazu in Opernball-Demo als sozialer Protest.

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