In „Bim“-Tunnel verirrt: Lenker ausgeforscht

Ein Mann hat sich Samstagfrüh in Wien-Favoriten mit einem Geländewagen in einen Straßenbahntunnel verirrt. Danach ist er zu Fuß geflüchtet. Nun wurde er offenbar ausgeforscht: Der 49-Jährige bestreitet jedoch, dass er gefahren ist.

Im Range Rover fand die Polizei einen Ausweis des 49-jährigen Österreichers, von ihm fehlte zunächst aber jede Spur. An der Adresse des Mannes wurde er nicht angetroffen. Die Rettung sei kurz nach dem Vorfall zu einem gestürzten Mann gerufen worden, sagte Polizeisprecherin Irina Steirer. Im Krankenhaus sei festgestellt worden, dass die Identität mit dem im Fahrzeug gefundenen Ausweis übereinstimme.

Bei dem 49-Jährigen wurden 0,6 Promille Alkohol im Blut gemessen. In der Einvernahme bestritt er gegenüber der Polizei jedoch, mit dem Auto gefahren zu sein. Er wurde mehrfach angezeigt, unter anderem wegen des Verursachens eines Verkehrsunfalls mit Sachschaden, wegen Fahrerflucht und wegen Alkohols am Steuer. Der Geländewagen mit deutschem Kennzeichen ist nicht auf ihn zugelassen.

Auto auf Gleisen
Aleksandra Vajic
Im Auto wurden Ausweise gefunden

Straßenbahnverkehr eingestellt

Geklärt ist laut bisherigen Ermittlungen, dass der Lenker des Range Rover am Samstag gegen 5.30 Uhr bei der Straßenkreuzung Quellenstraße/Knöllgasse auf die Gleise der Straßenbahn fuhr. Die Schienen der Linien 1 und 6 verlaufen hier in eine Unterführung. „Er fuhr 400 Meter bis zum Matzleinsdorfer Platz und ist dort zum Stillstand gekommen“, sagte Polizeisprecherin Irina Steirer im Interview mit Radio Wien.

Auto auf Gleisen
Aleksandra Vajic
Die Reifen des Autos wurden beschädigt

Der Straßenbahnverkehr wurde durch die Wiener Linien sofort eingestellt. Betroffen waren die Linien 6, 1, 18 und 62. „Es gab einen Ersatzverkehr mit Bussen aus dem zehnten Bezirk Richtung Karlsplatz. Gut drei Stunden hat die Störung für unsere Fahrgäste leider gedauert“, so ein Sprecher der Wiener Linien.

Aufwendige Bergungsarbeiten

Die Feuerwehr rückte zur Bergung des Fahrzeugs aus, die Arbeiten dauerten rund zwei Stunden. Da die Reifen des Autos kaputt waren, musste es auf einen Abschleppwagen gehievt werden. Dazu waren Sicherheitsvorkehrungen notwendig, erklärte Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf: „Es mussten hier auch Teile stromlos geschaltet und geerdet werden.“ Das Auto wurde danach von der MA 48 zu einem Abschleppplatz geführt. Die Höhe des Sachschadens war laut Polizei noch unbekannt.

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