Protest gegen Heumarkt-Projekt

Die Gegner der Neugestaltung des Heumarkt-Areals haben am Samstag gegen das Hochhausprojekt demonstriert. Der Betreiber des Projekts verteidigt indessen einmal mehr die Pläne im ORF-Interview.

Rund Hundert Menschen nahmen laut Polizei an der Protestkundgebung am Beethovenplatz gegenüber dem Eislaufverein teil. Sie forderten den sofortigen Stopp des Projekts und sammelten Unterschriften für eine entsprechende Petition.

„Canaletto-Blick“ in Gefahr

Organisiert wurde die Kundgebung von der Initiative Denkmalschutz und der Initiative Stadtbildschutz. Herbert Rasinger, Obmann der Initiative Stadtbildschutz, kritisierte in seiner Rede den „gewaltigen Eingriff“ in das Stadtbild und warf den Verantwortlichen vor, dass es ihnen nur um Geld gehe.

Durch das Hochhausprojekt würde der sogenannte Canaletto-Blick vom Belvedere aus, der auch im Rahmen des Weltkulturerbes erwähnt werde, zerstört. „Ich erwarte mir, dass die Stadt Wien ihre eigenen Zusagen gegenüber der UNESCO einhält“, forderte Rasinger - mehr dazu in UNESCO droht erneut wegen Heumarkt.

Daniela Enzi im Interview

Für die Projektentwicklung war Daniela Enzi Gast im „Wien heute“-Studio. Sie verteidigt das geplante Hochhausprojekt.

„Zerstörung der gesamten Ringstraßenzone“

„Man muss beachten, dass dieses Projekt eigentlich nur als Pilotprojekt zur Zerstörung der gesamten Ringstraßenzone zu sehen ist“, warnte Friedmund Hueber, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege.

Unterstützung erhielten die Demonstranten auch von der IG Autorinnen Autoren, deren Aufruf zum Projektstopp sich laut Geschäftsführer Gerhard Ruiss bereits 500 Künstler angeschlossen haben. Durch das Projekt würde der Platz „sozial umgewidmet“, kritisierte Ruiss. „Es geht auch um öffentlichen Raum, den dürfen wir uns nicht wegnehmen lassen“, meinte er - mehr dazu in Heumarkt-Areal: Künstler fordern Projektstopp.

Rasinger zeigte sich hoffnungsvoll, dass die Umgestaltung noch abwendet werden könne: „Jetzt ist die Bürgerbeteiligung da, da kann man nicht wie eine Dampfwalze drüberfahren“, so Rasinger. „Es ist nicht zu spät“, zeigte sich auch Ruiss überzeigt.

Protest gegen Heumarkt-Umbau

Anrainer sprechen sich erneut gegen den Bau eines 66 Meter hohen Wohnturms aus. „Wien heute“ hat die Demonstration beobachtet.

Entwurf liegt öffentlich auf

Auf den Transparenten der Demonstranten war unter anderem „Stadtbildschutz statt Stadtbildzerstörung“ oder „Make Vienna beautiful again“ zu lesen. Die Organisatoren der Kundgebung riefen die Teilnehmer dazu auf, Stellungnahmen gegen den Flächenwidmungsentwurf zu unterzeichnen. Der Entwurf liegt noch bis 16. März öffentlich auf, solange können Stellungnahmen abgegeben werden.

Die Neugestaltung des Heumarkt-Areals, das das Hotel Intercontinental, den Wiener Eislaufverein und das Konzerthaus einschließt, sorgt seit Monaten für Debatten. Grund ist vor allem die Drohung der UNESCO, die Wiener Innenstadt infolge des projektierten 66-Meter-Turms auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten zu setzen. In weiterer Folge droht die Aberkennung des Weltkulturerbe-Status.

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