Rapid hilft Vienna mit Benefizspiel

Am Sonntag bestreitet SK Rapid Wien auf der Hohen Warte ein Benefizspiel zugunsten des finanziell angeschlagenen First Vienna FC. Die erste Gläubigerversammlung wird einen Tag nach dem Spiel stattfinden.

„Für uns ist das sicher mehr als ein Test als für die Vienna, wir wollen das Spiel gewinnen und Tore schießen“, sagte Rapid-Kapitän Steffen Hofmann am Montag. Angesprochen darauf, ob Rapid nach dem Rückfall auf den siebenten Tabellenplatz noch in den Abstiegsstrudel hineingezogen werden könnte, meinte Hofmann: „Jeder muss sich der Situation bewusst sein und wissen, um was es für uns geht. Wir sollten anfangen zu gewinnen.“

Markus Katzer und Steffen Hofmann
ORF
Bei Rapid früher im gleichen Team, am Sonntag Gegner: Markus Katzer und Steffen Hofmann

Abstimmung über Sanierung am 31. Mai

Für die am anderen Ende der Wiener U-Bahn-Linie U4 in Döbling beheimatete Vienna geht es um das wirtschaftliche Überleben, nachdem das Handelsgericht Wien vor zwei Wochen über das Vermögen des Regionalliga-Ost-Vereins ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet hatte. Die knapp 100 Gläubiger bzw. 32 Dienstnehmer, davon 22 Profispieler, können ihre Forderungen bis 14. April anmelden.

Die erste Gläubigerversammlung wurde für kommenden Montag anberaumt. Die allgemeine Prüfungstagsatzung findet dann am 28. April statt. Die Sanierungsplantagsatzung ist am 31. Mai angesetzt, an diesem Tag stimmen die betroffenen Gläubiger über den Sanierungsplanvorschlag ab. „Ich bin zuversichtlich, dass dieser angenommen wird“, bekräftigte Vienna-Geschäftsführer Gerhard Krisch am Montag neuerlich.

Die Vienna hat laut eigenen Angaben Verbindlichkeiten von 1.174.700 Euro und strebt ein geordnetes Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung und einer 30-Prozent-Quote für Gläubiger an. Finanziert werden soll diese Quote über Investoren sowie das Benefizspiel gegen Rapid, das ohne Gage auf der Hohen Warte antritt. 2.500 Tickets waren dafür bis Montag abgesetzt, die Vienna hofft auf 5.000 Fans, wenn der Wettergott mitspielt. Maximal 7.500 sind möglich.

Legenden-Match als Vorspiel

Beim bisher letzten Duell der beiden Vereine am 13. September 2006 waren 5.500 Besucher auf der Hohe Warte dabei und sahen einen Cupauftakterfolg der Vienna, die sich damals 4:3 im Elferschießen durchsetzte, nachdem es nach 120 Minuten 1:1 gelautet hatte. Vor dem Hauptspiel gibt es am Sonntag ab 14.00 Uhr noch ein Legenden-Match zwischen den beiden Wiener Traditionsclubs, bei dem es ein Wiedersehen mit ehemaligen Rapid-Größen wie Christian Keglevits, Richard Niederbacher und Gerald Wilfurth gibt.

Durch das laufende Insolvenzverfahren muss die Vienna, die aktuell in der Regionalliga Ost auf Platz zwei steht, in die Wiener Liga zwangsabsteigen. Mit diesem Szenario will sich Krisch aber nicht abfinden. „Ich habe mich mit der Wiener Liga noch nicht angefreundet und budgetiere zweigleisig“, hofft der General Manager der Vienna auf Gespräche mit dem Österreichischen Fußballbund (ÖFB), die einen Verbleib in der dritthöchsten Spielklasse sichern sollen.

Durch Spenden der Fans und eine Aktion der Wiener Austria sind laut Krisch bisher „circa 18.000 Euro“ für die Rettung der Döblinger zusammengekommen. „Es gibt aber noch eine gewisse Zurückhaltung, weil ja noch nicht feststeht, ob der Ausgleich angenommen wird oder nicht“, sagte der Geschäftsführer der 1894 gegründeten Vienna, die Österreichs ältester Fußballclub ist und nach dem überraschenden Tod von Geldgeber Martin Kristek am 21. Jänner ohne Hauptsponsor dasteht.

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