Heumarkt-Projekt: Beschwerdebrief an UNESCO

Zum Heumarkt-Projekt hat Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) einen Brief an die UNESCO geschrieben, in dem sie sich gegen „nachweislich falsche Darstellungen“ wehrt. Die Kritik richtet sich an Icomos Österreich, wo man sich gelassen zeigt.

Vassilakou nimmt einem Bericht des „Standard“-(Freitag-Ausgabe) zufolge auf Behauptungen Bezug, die von Icomos Österreich kamen. Icomos berät die UNESCO in Sachen Weltkulturerbe. Der Status für die Wiener Innenstadt ist durch das Heumarkt-Projekt gefährdet, vor allem durch den geplanten 66 Meter hohen Wohnturm - mehr dazu in UNESCO droht erneut wegen Heumarkt (wien.ORF.at; 22.2.2017).

Icomos habe die UNESCO „falsch und irreführend“ informiert, so Vassilakou in dem Brief. Die Behauptung, der Wohnturm am Heumarkt sei nur ein erster Schritt und sechs weitere Hochhausstandorte würden entlang der Ringstraße ermöglicht, sei nicht zutreffend. „Wahr ist vielmehr, dass in der gesamten Inneren Stadt der Bebauungsplan, der die rechtliche Grundlage für Bauführungen darstellt, ausschließlich die Bauklassen eins bis fünf (maximale Gebäudehöhe 26 Meter) vorsieht.“, wird Vassilakou im „Standard“ zitiert.

Beschluss im Gemeinderat geplant

Laut Vassilakou ist auch ein Gemeinderatsbeschluss geplant, durch den „Hochhausentwicklungen in der Inneren Stadt explizit ausgeschlossen werden sollen“. Im Brief an die UNESCO kritisiert sie Icomos: Es falle ihr schwer, „darin keine bewusste Fehlinterpretation zu vermuten“.

Die Differenzen um das Projekt sorgen auch innerhalb der Grünen für Konflikte, bis 24. April läuft unter den Mitgliedern eine Abstimmung - mehr dazu in Heumarkt: Debatte spaltet Wiens Grüne (wien.ORF.at; 24.3.2017).

Icomos-Präsident sieht „strategische Aussage“

Wilfried Lipp, der heimische ICOMOS-Präsident, zeigte sich gegenüber der APA am Freitag gelassen. Es handle sich um eine „strategische“ Aussage in der laufenden Diskussion rund um die drohende Aberkennung des Welterbeprädikats. Man werde sich die von Vassilakou ins Treffen geführten Argumente ansehen und gegebenenfalls reagieren.

„Wir werden das seriös und nüchtern abhandeln“, versprach er. Gleichzeitig hielt er seine Warnung aufrecht: „Es gibt keinen Ausschlussbereich für Hochhäuser in der Welterbezone.“ Es sei durchaus denkbar, dass die Stadt den Bau weiterer Türme ermögliche, zeigte er sich überzeugt.

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