Regionalzug mit Railjet kollidiert

Am Karsamstag sind am Nachmittag im Bahnhof Wien-Meidling zwei Züge zusammengestoßen. Neun Personen wurden dabei leicht verletzt. Feuerwehr, Rettung und Polizei waren im Großeinsatz. Die Unfallursache ist noch unklar.

Das Unglück ereignete sich gegen 16.30 Uhr beim Bahnsteig 5 im Bahnhof. Nach Angaben der Einsatzkräfte wollte ein Regionalzug gerade aus der Station fahren, als der mit rund 30 Personen besetzte Railjet nach Villach gegen die leere Garnitur prallte. Der Railjet wurde dabei teilweise aus den Gleisen gehoben und laut ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger eine Oberleitung beschädigt.

Hubschrauber im Einsatz

Es lief sofort ein Großeinsatz für die Einsatzkräfte von Wiener Berufsfeuerwehr und Berufsrettung sowie der Polizei an. Die Feuerwehr rückte mit 21 Fahrzeugen und 62 Einsatzkräften an, die Berufsrettung mit elf Fahrzeugen. Auch ein Hubschrauber unterstützte die Hilfsmannschaften. Gemeinsam mit den Polizisten brachte die Feuerwehr Insassen aus dem Railjet und übergab sie der Rettung. Diese betreute laut eigenen Angaben 47 Personen. Bei neun Personen wurden leichte Verletzungen festgestellt. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die schlimmste Blessur war ein Handbruch. Eine der Hauptaufgaben für die Feuerwehr war außerdem, die zur Seite gestürzten Waggons des Railjets wieder aufzurichten.

Zugkollision führte zu Verspätungen

Nach dem Zugsunglück in Wien-Meidling, bei dem neun Personen verletzt wurden, kam es zu Verzögerungen im Osterreiseverkehr.

Verkehrsministerium nahm Ermittlungen auf

Unklar war zunächst die Ursache der Kollision. Zunächst stand nicht fest, welcher der beiden Züge sich zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Gleis befinden hätte dürfen. Ebenso unklar war, mit welcher Geschwindigkeit die Bahngarnituren miteinander kollidierten. Es dürften aber beide Züge gerade erst angefahren und daher nicht allzu schnell unterwegs gewesen sein.

Die Unfalluntersuchungskommission des Verkehrsministeriums war am Unglücksort und nahm die Ermittlungen auf. Mit ersten Erkenntnissen war aber nicht vor Dienstag zu rechnen. „Es ist ein technisches Gebrechen genauso möglich wie menschliches Versagen“, sagte Hahslinger. Die beiden Lokführer - sie blieben unverletzt - und die Fahrdienstleiter sollten zum Hergang befragt werden.

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APA / Margret Schmitt

Bahnverkehr wieder aufgenommen

Die Südbahnstrecke war durch das Unglück kurzzeitig unterbrochen. Mehrere Züge wurden umgeleitet. Der Fernverkehr konnte am späten Abend bereits wieder vollständig aufgenommen werden. Der Nahverkehr ebenfalls, durch die Umleitungen über die Nebengleise könne es aber noch zu einzelnen Verzögerungen kommen, so ÖBB-Sprecher Hahslinger. Am Ostersonntag in der Früh solle der Bahnverkehr wieder planmäßig ablaufen.

Die Gepäckstücke der Verletzten wurden der Berufsrettung mitgegeben. Das Gepäck der anderen Passagiere wurde zum Hauptbahnhof gebracht. Informationen dazu konnten bei den ÖBB eingeholt werden. Das Zugsunglück hatte auch im Wiener Straßenverkehr kurzzeitig für erhebliche Behinderungen gesorgt. Laut ÖAMTC war die Eichenstraße zwischen Gürtel und Wienerbergstraße gesperrt.

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