Rot-Grün: Keine Hochhäuser mehr in City

Nach der Sondersitzung am Donnerstag wird es auch in der regulären Gemeinderatssitzung am Freitag um den Heumarkt gehen. SPÖ und Grüne bringen einen Antrag ein, der weitere Hochhäuser in der Innenstadt und rundherum verbietet.

Im Antragstext heißt es: „Die Stadt Wien bekennt sich dazu, dass in der Inneren Stadt keine neuen Hochhausstandorte, keine zusätzlichen Hochhäuser sowie keine Aufstockungen von bestehenden Hochhäusern geplant und verordnet werden.“ Außerdem versichert man, dass „in dem durch den Masterplan Glacis beschriebenen Bereich“ - also in der Zone rund um die City - keine neuen Hochhausstandorte entstehen sollen.

Verbunden damit ist ein Bekenntnis „zur Erhaltung der historisch gewachsenen Silhouette ihrer Innenstadt“. Im Büro von Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne), die schon im Februar einen solchen Schritt in Aussicht gestellt hatte, begründete man den Antrag am Donnerstag damit, dass derzeit viele Missverständnisse über die Stadtplanung herumgeisterten. Nun werde endgültig klargestellt, in welche Richtung es gehe.

Maria Vassilakou
APA/Georg Hochmuth
Vizebürgermeisterin Vassilakou will weitere Hochhäuser verhindern

Angst vor mehr Hochhäusern

Durch den 66-Meter-Turm, der am Heumarkt-Areal entstehen soll, droht die UNESCO damit, Wien auf die Rote Liste der bedrohten Weltkulturerbe-Stätten zu setzen. Eine Aberkennung des Prädikats könnte die Folge sein. Nicht zuletzt aus der Innenstadt waren daher immer wieder Befürchtungen laut geworden, dass mit dem Entzug des Weltkulturerbe-Status dem Bau weiterer Hochhäuser Tür und Tor geöffnet werde.

Abgesehen davon wird der Heumarkt im morgigen Plenum für viel Gesprächsstoff sorgen. Er ist nicht nur zum Debattenschwerpunkt auserkoren worden, sondern bereits Thema in der Fragestunde. Planungsstadträtin Vassilakou wird gleich mit drei Fragen zur Causa konfrontiert.

600 Äußerungen zum Heumarkt eingebracht

Eventuell werden auch die Stellungnahmen, die im Zuge des Planentwurfs für die Flächenwidmung beim Magistrat eingelangt sind, Eingang in die Debatte finden. Bekanntlich wurden in der bis Mitte März gelaufenen Frist sehr viele - nämlich rund 600 - Äußerungen dazu vorgebracht.

Laut einer Auswertung der MA 21 war der überwiegende Teil davon alles andere als positiv. „In rund 570 Stellungnahmen wird der Planentwurf kritisch gesehen bzw. abgelehnt und der Abbruch des gegenständlichen Verfahrens gefordert“, heißt es im Text der Magistratsabteilung.

Weltkulturerbe im Mittelpunkt der Sondersitzung

Im Fokus der Heumarkt-Sondersitzung am Donnerstagvormittag stand die Frage nach dem Sinn und Unsinn des Weltkulturerbes. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger vermisste einen „offenen Diskurs“ über die Notwendigkeit des Weltkulturerbes. ÖVP-Planungssprecherin Elisabeth Olischar pochte darauf, dass Zukunftsentwicklung mit dem Weltkulturerbe und der Historie vereinbar sein müsse.

Die FPÖ konzentrierte sich mehr aufs Eislaufen: „Ja, es ist von öffentlichem Interesse, dass der Wiener Eislaufverein erhalten bleibt. Und es ist Aufgabe der Stadt, das sicherzustellen“, sagte FPÖ-Mandatar Christian Unger. Zur Verteidigung des Projekts rückten wenig überraschend SPÖ und Grüne aus. Die Meinungsverschiedenheit innerhalb der Grünen war kein Thema. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) ist bei der Sondersitzung jedenfalls nicht dabei gewesen.

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