Volkstheater wird 2018 generalsaniert

Das Volkstheater wird nächstes Jahr generalsaniert. Die Intensivphase der Arbeiten startet im Mai, Ende Oktober soll der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Dazwischen ist unter anderem das Odeon Ausweichquartier.

„Wir haben viel hinter uns und noch viel mehr vor uns“, so Volkstheater-Direktorin Anna Badora bei der Präsentation der Sanierungspläne am Montag. Damit spielte sie nicht nur auf die Finanzierung des Vorhabens an, sondern auch auf die bereits erfolgten Maßnahmen im Zuschauerraum sowie den zu erwartenden „permanenten Ausnahmezustand“ für die Mitarbeiter des Hauses. Immerhin gelte es, Generalsanierung und Spielbetrieb unter einen Hut zu bekommen.

Volkstheater
APA/Hans Punz
Die Fassade wird zum Schluss saniert

Dafür soll sich das Ergebnis sehen lassen, wird doch von Fassade über Dach bis zu den Abläufen hinter der Bühne etliches erneuert und an moderne Standards angepasst. Gleichzeitig gilt es, die Erhaltung der historischen Substanz und denkmalgeschützter Elemente zu gewährleisten.

Neues Cafe im Erdgeschoß

Die Besucher erwartet dabei etwa ein neues Cafe im Erdgeschoß, wo sich derzeit das Kartenbüro befindet. Dieses soll auch nach außen hin als Öffnung in Richtung des MuseumsQuartiers fungieren. Die Tageskassa wird wiederum an die andere Hausseite zur Neustiftgasse wechseln, die Abendkassa siedelt man zentral im Vestibül an. Wenige Schritte dahinter wird eine neue Zentralgarderobe eingerichtet, die den derzeit leeren Raum hinter der Zuschauertribüne einnehmen wird.

Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny, Kulturminister Thomas Drozda und Volkstheaterdirektorin Anna Badora
APA/Hans Punz
Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny, Kulturminister Thomas Drozda und Volkstheaterdirektorin Anna Badora

Barrierefreiheit ist für alle Bereiche ein zentrales Thema, wobei auch ein Lift direkt neben der Roten Bar geplant ist. Diese soll zudem eigenständig bespielbar werden. Erholung in brütenden Sommernächten werde künftig eine neue Klimatisierung bieten, unterstrich der kaufmännische Direktor des Volkstheaters, Cay Stefan Urbanek. „Wir wollen den Komfort unseres Hauses für die Zuschauer verbessern.“ Auch in puncto Beleuchtung und Akustik werden man nachbessern und optimieren. Zudem sollen die bestehenden Sanitäranlagen nach Abschluss der Arbeiten in neuem Glanz erstrahlen.

Einfachere Arbeitsabläufe erhofft man sich durch eine neue Seitenbühne und Anlieferung, über die nicht nur sperrige Bühnenkonstruktionen leichter ins Innere des Hauses gelangen sollen. Außerdem wird die Bühnentechnik erneuert und aktuellen Standards sowie arbeitstechnischen Vorschriften angepasst.

Drei Premieren im Odeon

Auch außen wird sich das Volkstheater neu präsentieren: Die Dachkonstruktion über dem Bühnentrakt wird angehoben, um mehr Platz für die Büros zu schaffen. Zudem wird die Sanierung der Flachdächer und Dachterrassen in Angriff genommen, wobei die Fassade selbst nach derzeitigem Plan den krönenden Abschluss bilden soll. Den Spielbetrieb will man nämlich am 27. Oktober 2018 wieder aufnehmen, dann werden die Arbeiten außen aber noch im Gange sein. Ein bewusster Schritt: „In dem Moment, wo die Bühnentechnik fertig ist, wird hier wieder Theater gespielt“, betonte Urbanek.

Zuschauertribüne und Bühne
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Die Zuschauertribüne wurde bereits saniert

Und in der Zeit von Mai bis Oktober? Steht neben einer verlängerten Sommerpause sowie den Nebenspielstätten des Hauses das Odeon als Ausweichquartier zur Verfügung. Hier werden insgesamt drei Premieren gegeben (im Mai sowie September und Oktober 2018), wobei die zwei Herbstproduktionen auch ins Haupthaus wechseln werden. „Eine Herausforderung für unsere Bühnenbildner“, musste Badora zugeben.

27,5 Millionen Euro budgetiert

Kulturminister Thomas Drozda und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (beide SPÖ) zeigten sich angetan von den Plänen und hoben unisono die Relevanz des Hauses hervor. Insgesamt sind für die Generalsanierung 27,5 Mio. Euro veranschlagt, wovon jeweils zwölf Mio. Euro von Bund und Stadt zugeschossen werden.

Für das Projekt zuständig zeichnen die Architekten Dietrich/Untertrifaller und Alexander van der Donk. An Eigenmitteln muss das Volkstheater 3,5 Mio. Euro aufbringen, wobei rund 1,2 Mio. Euro auf die bereits fertiggestellte neue Zuschauertribüne entfielen.

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