Wiener Blindenampeln künftig leiser

Auf einen Kompromiss haben sich Stadt Wien und die Blindenverbände geeinigt. Die Klopfsignale bei Blindenampeln werden künftig leiser sein. Die Lautstärke kann aber per Chip oder Schlüssel erhöht werden.

Anrainer hatten die von den speziellen Ampeln ausgehenden Geräusche als störend empfunden. Für manche blinde und sehbehinderte Menschen hingegen waren die akustischen Signale zu leise - mehr dazu in Blindenampeln zu leise eingestellt.

Das Problem sei, dass es „zu vielen missbräuchlichen Anwendungen“ gekommen sei, sagte Harald Bekehrti, Leiter der Magistratsabteilung 33. Auf einen tatsächlichen Anwendungsfall kämen rund 1.000 Fehlbetätigungen. „Viele Menschen glauben, wenn sie auf die Taste für die Blindenakustik drücken, wird es schneller Grün. Das ist ein Irrglaube“, betonte er.

Blindenampel
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Diese Geräte verkürzen die Wartezeit auf Grün nicht.

Leiseres Signal und Lautstärke-Regelung

Das Modell der Blindenampeln, das unter anderem auf der Mariahilfer Straße getestet wurde, bei dem das Signal ausschließlich mit Chip oder Schlüssel aktiviert werden kann, habe sich nicht bewährt - „Mahü“: Blindenampeln oft ignoriert. Die Blindenverbände kritisierten, dass dadurch die Barrierefreiheit nicht gegeben sei.

Stattdessen wird das Signal nun leiser eingestellt. Blinde Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen können mittels Chip oder Schlüssel aber ein lauteres Signal anfordern. „Damit haben wir eine verträgliche Lautstärke für die Anrainer und ein verstärktes Signal für die Menschen, die das wirklich brauchen“, sagte Bekehrti - mehr dazu in Wiens Blindenampeln werden leiser.

Blindenampel
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Akustische Signale künftig leiser

Blindenverband: „Wichtiger Schritt“

Derzeit sind in Wien 889 der 1.300 ampelgeregelten Kreuzungen mit akustischen Hilfseinrichtungen ausgestattet. Die Vereinbarung sieht vor, dass die bestehenden Ampelanlagen sukzessive nachgerüstet und alle zukünftigen Ampelanlagen mit der neuen Technik ausgestattet werden. Mobilität sei ein Recht, das jedem Menschen zusteht, sagte Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou von den Grünen bei der Unterzeichnung der Vereinbarung.

„Damit wird ein wichtiger Schritt in der Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen getan“, zeigte sich Markus Wolf, Präsident des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich, erfreut. Die Vereinbarung mit der Stadt Wien könne dazu beitragen, dass diese auch auf Bundesebene oder mit anderen Bundesländern getroffen werde, hoffte Elmar Fürst von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.

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