Verzögerung bei neuen Gemeindebauten

Bis zu 4.000 neue Gemeindewohnungen hat die SPÖ bis zum Jahr 2020 angekündigt. Verzögerungen gibt es aber schon beim ersten Projekt in Wien-Favoriten. Auf dem Gelände der früheren AUA-Zentrale sollen die Bauarbeiten im Herbst starten.

Die erste Ankündigung für neue Gemeindebauten kam im Februar 2015 von Bürgermeister Michael Häupl: Bei der SPÖ-Klubtagung in Rust sprach Häupl von 2.000 neuen Gemeindewohnungen. Die Stadt werde dabei die Grundstücke zur Verfügung stellen, neue Ankäufe seien dafür nicht nötig, erklärte Häupl - mehr dazu in Häupl: „2.000 neue Gemeindewohnungen“.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) kündigte im Februar 2016 sogar eine Verdoppelung der geplanten Gemeindewohnungen auf 4.000 an - mehr dazu in Stadt will um 30 Prozent mehr Wohnungen bauen.

Schild bei früherer AUA-Zentrale mit Gitterzaun
ORF
Ab Herbst sollen die neuen Gemeindewohnungen auf dem Gelände der früheren AUA-Zentrale entstehen

Verzögerung wegen „sehr komplexen Projekts“

Zuständig für die Umsetzung der neuen Gemeindebauten ist die GESIBA. Geschäftsführer Ewald Kirschner meinte gegenüber „Wien heute“: „Wir sind auf Hochdruck unterwegs, diese politische Zielsetzung vorzubereiten. Bei fast 800 Wohneinheiten ist das Widmungsverfahren abgeschlossen, bei 1.400 haben wir die Widmung bei der Stadtplanung eingereicht, bei rund 1.100 wird die Widmung vorbereitet.“

Am weitesten ist das Projekt Fontanastraße in Favoriten. Auf dem Gelände des früheren AUA-Hauptquartiers sollen 2.000 Wohnungen entstehen. „Wir haben die Baubewilligung erreicht, wir gehen im Juni mit der Ausschreibung hinaus und werden im August das Ergebnis der Ausschreibung haben. Das Ziel ist es dann, im Frühherbst 2017 den Baubeginn sicherzustellen“, so Kirschner.

Die Verzögerungen begründet er mit dem „sehr komplexen“ Projekt: „Wir haben dort sechs Bauplätze, eine gemeinsame Tiefgarage an den oberen drei Bauplätzen. Hier gab es sehr viele Abstimmungen mit den anderen Baupartnern.“ Mit der Fertigstellung rechnet Kirschner im Herbst 2019.

Derzeit 25 Projekte

Rund 25 Projekte in unterschiedlichen Stadien sind laut Kirschner derzeit in Bearbeitung. Diese Neubauten sind über verschiedene Bezirke verteilt. Kirschner zählte etwa auch die geplanten Wohnungen am Eisring Süd in Favoriten und beim Gaswerk Leopoldau auf - mehr dazu in „Eisring Süd“: Baubeginn ist 2018 und Wohnprojekt Gaswerk: FPÖ verlangt Baustopp.

Beim früheren Gebäude des Instituts für Höhere Studien (IHS) in der Stumpergasse in Mariahilf sollen 60 Wohnungen entstehen, hier steckt man aber mitten im Umwidmungsverfahren. „Unsere Arbeit machen wir termingerecht, dann sind wir fremdbestimmt. In den Widmungsverfahren sind wir fremdbestimmt vom Wiener Gemeinderat, die müssen ja beschlossen werden, Baubewilligungsverfahren bei der Behörde“, so Kirschner.

Am Handelskai in der Leopoldstadt soll etwa die Garage aus den 1970er Jahren abgerissen und mit 200 Wohnungen darüber neu errichtet werden. Nachverdichtung nennen das Experten. Momentan wartet man auf Umwidmung und Architekturwettbewerb.

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