Heumarkt: Fahrplan steht fest

Der Fahrplan für das wohl umstrittenste Wiener Bauprojekt seit langem steht - nach der entsprechenden Flächenwidmung im Gemeinderat. Wien dürfte damit auf die Rote Liste der UNESCO kommen. Die Projekt-Planungen laufen indes weiter.

In Krakau tagt das Unesco-Weltkulturerbe-Komittee - und zwar Anfang Juli. Dort wird die endgültige Entscheidung fallen, ob die Wiener Innenstadt auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes kommt. Der nächste Schritt wäre dann die tatsächliche Aberkennung des Welterbeprädikats. Das will Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou von den Grünen verhindern, auch wenn Wien vorerst einmal auf die Rote Liste kommt - mehr dazu in Vassilakou will Welterbestatus erhalten.

Abrissbeginn erst Ende 2019

Am Heumarkt laufen die Planungen inzwischen weiter. Mit der Flächenwidmung sind nun alle rechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Abgerissen wird vorerst allerdings noch nichts: Das Hotel Intercontinental wird noch bis Ende des Jahres 2019 voll genutzt. Und auch der Wiener Eislaufverein bleibt: Zwei Saisonen absolviert er noch auf dem Heumarkt. Dann übersiedelt er für die Zeit des Umbaus auf den Schwarzenbergplatz.

Visualisierung Heumarkt Verkleinerung
Isay Weinfeld/Sebastian Murr
Der Entwurf des Heumarkt-Projekts soll nun optimiert werden

Bei den Rathaus-Grünen herrscht nach dem positiven Abstimmungsergebnis jedenfalls Erleichterung. Die grüne Basis hatte sich zuvor in einer Urabstimmung ja gegen das Projekt ausgesprochen, nur sieben von zehn grünen Abgeordneten stimmten dafür - mehr dazu in Heumarkt-Projekt im Gemeinderat beschlossen.

Entwurf soll optimiert werden

Erleichterung gibt es zudem beim Projektbetreiber Wertinvest. Nun soll der Entwurf für den Heumarkt noch optimiert und verfeinert werden. Das Projekt hat nicht nur politisch polarisiert, auch viele Bürgerinitiativen sind dagegen. Ob sie weiter protestieren oder gar rechtliche Schritte ergreifen werden, ist noch unklar.

So schnell wird übrigens kein weiteres Hochhaus in der Innenstadt für Streiereien sorgen: Die rot-grüne Koalition hat beschlosen, dass es in der Innenstadt und im Bereich des Glacis - also rund um die Innenstadt - keine weiteren Hochhäuser geben wird.

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