„Aida“-Stadion-Tour geplatzt

Große Oper in der neuen Rapid-Heimstätte hätte es werden sollen. Nach dem Antrag auf Insolvenz des Veranstalters ist das bereits einmal verschobene Projekt nun endgültig abgesagt. „Aida“ im Allianz-Stadion findet nicht statt.

„Es war mein Traum als Dirigent und künstlerischer Leiter, eine Großproduktion von ‚Aida‘ zu realisieren“, reagierte Placido Domingo enttäuscht auf die Absage. Im November des Vorjahres hatte er die Oper im Rapid-Stadion begeisgtert angekündigt - mehr dazu in Kein Fußball: Aida im Rapid-Stadion.

Aida Allianz Stadion
ORF
Placido Domingo im Allianz-Stadion

Anzahl verkaufter Tickets wird ermittelt

Der Veranstalter, die Art & Entertainment LIVE GmbH, stellte beim Amtsgericht Düsseldorf Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung des Insolvenzverwalters, der Düsseldorfer Anwaltskanzlei AndresPartner, hervor.

Ob und wann Ticketkäufer ihr Geld zurückbekommen, ist unklar. Wer bereits eine Karte gekauft hat, könne seine Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden, teilte die Kanzlei mit. Wann es eine Erstattung geben werde und wie hoch diese sein werde, könne allerdings heute noch niemand sagen. „Erfahrungsgemäß dauern Insolvenzverfahren durchaus mehrere Jahre“, hieß es von der Kanzlei. Ob es Ersatzkonzerte durch andere Veranstalter geben werde, sei nicht bekannt.

Die Anzahl der verkauften Tickets wird derzeit ermittelt. Forderungen können erst nach Insolvenzeröffnung zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Ticketinhaber haben allerdings bereits jetzt die Möglichkeit, sich beim Büro der Kanzlei AndresPartner unter aelive@andrespartner.de registrieren zu lassen.

Sechsstelliger Verlust für Bühnenbildner

Betroffen von der Absage ist auch der österreichische Bühnenbildner Manfred Waba. Er sollte die Kulisse herstellen: "Es ist für mich ein Megaverlust im sechsstelligen Bereich. Ich habe fast eineinhalb Jahre daran gearbeitet und auch andere Projekte deswegen abgesagt“, sagt Waba gegenüber Radio Wien.

Wien-Termin ursprünglich 18. Juni 2017

Domingo wollte Giuseppe Verdis berühmte Oper um die Königstochter Aida in europäischen Stadien und Arenen aufführen und großteils auch selbst dirigieren. Als Termin war zunächst der 18. Juni 2017 geplant, die Tour hätte ursprünglich schon im Mai in Gelsenkirchen beginnen sollen. Einige Wochen zuvor war der Start der monumentalen „Aida“-Inszenierung wegen technischer Probleme um ein Jahr auf 2018 verschoben worden.

Opernsänger und -dirigent Domingo wollte mit seinem Projekt neue Opern-Liebhaber gewinnen und an seinen Erfolg mit den „Drei Tenören“ in den 1990er-Jahren anknüpfen. „Wir schaffen damit ein neues Publikum“, hatte er bei einer Präsentation gesagt.

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