Feuerwehr „verdiente“ 5,5 Mio. Euro

Im Vorjahr hat die Wiener Berufsfeuerwehr knapp 5,5 Millionen Euro eingenommen. Denn nicht alle Einsätze sind kostenlos. Die Kosten beginnen bei knapp 580 Euro pro Stunde und steigen je nach Dauer und Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge.

Ein Wohnungsbrand wird von den Einsatzkräften nicht in Rechnung gestellt. Rettet die Feuerwehr eine entlaufene Katze vom Baum, fallen ebenfalls keine Kosten an. „Die nicht verrechneten Einsätze sind Menschenrettung, Tierrettung, Brand und Leichenbergung“, sagt Christian Feiler, Sprecher der Berufsfeuerwehr Wien, gegenüber Radio Wien.

Bei einem Autounfall fällt somit das Befreien einer eingeklemmten Person unter Menschenrettung und ist kostenlos, das Entfernen des Fahrzeugs von der Fahrbahn wird aber von der Feuerwehr verrechnet. Auch das Sichern einer bröckelnden Hausfassade oder die Pölzung, also Absicherung, nach einem Brand wird beispielsweise in Rechnung gestellt. Auch Falschparker, die die Straßenbahn behindern, müssen den Feuerwehreinsatz bezahlen.

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MA 68 Lichtbildstelle
Stürzt ein Gesimse auf den Gehsteig, verrechnet die Feuerwehr den Einsatz

Auch Feuerwehrleute für Veranstaltungen kosten

Die Kosten beginnen für ein Gruppenfahrzeug mit sechs Feuerwehrleuten - die kleinste verfügbare Einheit bei der Wiener Berufsfeuerwehr - bei 474 Euro pro Stunde. Die Kosten steigen je nach Dauer und Anzahl der Fahrzeuge.

Die Berufsfeuerwehr verzeichnete im Vorjahr Einnahmen von 5,469.000 Euro. Drei Jahre zuvor waren es 5,190.851 Millionen. „Es kommt immer darauf an wie viele Einsätze wir pro Jahr haben und wie schwierig diese sind“, erklärt Feiler.

Zu den Einnahmen der Berufsfeuerwehr zählt aber auch das Bereitstellen von Einsatzkräften für Veranstaltungen, wenn diese behördlich vorgeschrieben sind. Die kleinste Einheit von sechs Feuerwehrleuten kostet 276 Euro pro Stunde.

Für Anrufer entstehen keine Kosten

Wer die Feuerwehr ruft, muss in der Regel keine Angst haben, etwas bezahlen zu müssen. „Dem Anzeiger wird überhaupt nichts verrechnet, außer er ist vielleicht der fahrlässige Herbeiführer der Ursache“, sagt Feiler. Verrechnet wird auch dann nichts, wenn die Feuerwehr aufgrund einer Fehleinschätzung gerufen worden ist. „Wir kommen lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig“, so der Sprecher.

Hubert Kickinger, wien.ORF.at

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