Nachdenklicher Fischer für Präsidentengalerie

Am Montag ist das Porträt von Alt-Bundespräsident Heinz Fischer für die Präsidentengalerie in der Hofburg präsentiert worden. Es zeigt Fischer in eher nachdenklicher Pose. Dieser zeigte sich mit dem Werk „sehr einverstanden“.

In der Präsidentengalerie hängen nun mit Fischer acht Habsburger und acht Bundespräsidenten der Republik Österreich. Die Künstlerin Eva Schlegel ist die erste Frau, die ein Staatsoberhaupt offiziell porträtiert hat, wie der aktuelle Präsident Alexander Van der Bellen beim Festakt in der Präsidentschaftskanzlei betonte. Gespendet hat das Porträt Fischers die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), deren Mitglied Fischer seit 60 Jahren ist.

Heinz Fischer mit Portrait
APA/Herbert Pfarrhofer
Die Künstlerin arbeitete ein Jahr lang an dem Bild

Das Bild ist ein Siebdruck auf Blei, der gesamte Prozess der Gestaltung hat etwa ein Jahr in Anspruch genommen. Es ist in Schwarz-Weiß gehalten und zeigt Fischer vor dunklem Hintergrund und neben einem Fenster. Der Alt-Bundespräsident wurde dabei im Kunsthistorischen Museum aufgenommen, wie Schlegel erläuterte. Das Bild wurde dann im Atelier vergrößert. Das Fenster zeigt den Blick aus dem Kunsthistorischen zum Naturhistorischen Museum und dazwischen die gestaltete Landschaft.

Künstlerin von Fischers Augen beeindruckt

Schlegel ist, wie sie erzählte, gemeinsam mit Fischer und KHM-Generaldirektorin Sabine Haag durch das Kunsthistorische Museum gegangen und hat Porträts betrachtet. Dabei habe Fischer die Idee des Fensters gehabt. Dadurch sei das Motto „Einblick auf die Welt“ entstanden.

Heinz Fischer, Alexander Van der Bellen, Eva Schlegel
APA/Herbert Pfarrhofer
Mit Eva Schlegel (rechts) gestaltete das Porträt erstmals eine Frau

Ihr sei es dabei vor allem um die Fragen gegangen, wie man die verschiedenen Facetten der Persönlichkeit Fischers, die Art seiner Amtsführung und sein Fingerspitzengefühl darstellen könne. Beeindruckt hätten sie vor allem Fischers Augen, erläuterte die Künstlerin, die unter anderem Kommissarin für den österreichischen Beitrag bei der Biennale von Venedig 2011 war.

Positive Reaktion keine Selbstverständlichkeit

Fischer hat das Porträt bei der Enthüllung in der Präsidentschaftskanzlei am Montag zum ersten Mal gesehen. Er zeigte sich damit „sehr einverstanden“. Es sei ein Bild, mit dem er „etwas anfangen kann“. Schlegel gestand, dass sie „relativ nervös“ gewesen sei, sie freue sich sehr darüber, dass es Fischer gefalle.

Heinz Fischer und Alexander Van der Bellen enthüllen das Portrait Fischers
APA/Herbert Pfarrhofer
Ein Bild, mit dem Fischer „etwas anfangen kann“

Sie verwies auf ausländische Beispiele, die zeigen, dass das nicht selbstverständlich sei. So habe etwa der frühere deutsche Bundespräsident Joachim Gauck die Bilder seiner Vorgänger entfernen lassen, und in Frankreich habe es zum Teil vernichtende Kritiken über die Präsidentenporträts gegeben.

Van der Bellen erzählte, dass Oskar Kokoschka ein Porträt des früheren Präsidenten Theodor Körner angefertigt habe. Angesichts des expressionistischen Ausdrucks hätten sich die Mitarbeiter nicht getraut, es ihm zu zeigen. Beauftragt habe man dann den damals Jüngsten, den späteren Bundeskanzler Bruno Kreisky. Körner soll dann gesagt haben: „Endlich hat jemand aus mir ein Gesicht gemacht.“

Zahlreiche Promis bei Festakt

Dem Festakt wohnte neben Familienmitgliedern früherer Bundespräsidenten, wie etwa Margot Klestil-Löffler, zahlreiche Prominenz vor allem aus der Kulturszene bei: etwa KHM-Generaldirektorin Sabine Haag, MUMOK-Direktorin Karola Kraus, Kammerschauspielerin Elisabeth Orth, die Rektorin der Akademie der Bildenden Künste, Eva Blimlinger, und der Präsident der Akademie der Wissenschaften, Anton Zeilinger.

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