Anzeigen im ersten Halbjahr auf Zehn-Jahres-Tief

Die Kriminalität in Wien ist heuer im ersten Halbjahr gesunken - zumindest nach der Zahl der Anzeigen. Diese sank auf den niedrigsten Wert in zehn Jahren. Die Aufklärungsquote ist dafür die höchste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Rund 96.000 Straftaten wurden heuer in den ersten sechs Monaten in Wien angezeigt, um 6,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Gesunken sind zum Beispiel die Anzeigen von Fahrzeugdiebstählen, um 5,8 Prozent. Bei Gewaltdelikten gab es einen Rückgang von drei Prozent, darunter fallen etwa Tötungen, Körperverletzungen und Vergewaltigungen. Im Vorjahr wurden beispielsweise 337 Vergewaltigungen angezeigt, heuer nur 311.

Starker Zuwachs bei Internetkriminalität

Einen leichten Anstieg gab es dafür bei Einbrüchen in Wohnungen und Wohnhäuser, um 1,5 Prozent. Allerdings würde sich der langfristig positive Trend fortsetzen, so die Polizei. Habe es heuer rund 3.100 Anzeigen gegeben, seien es im ersten Halbjahr 2008 beispielsweise noch über 5.400 gewesen. Besonders stark sind die Zuwächse bei der Internetkriminalität - hier wurden fast ein Drittel mehr Anzeigen gezählt als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Aufklärungsquote niedriger als in Rest-Österreich

Die Aufklärungsquote kletterte im ersten Halbjahr laut Polizei auf den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen: Vier von zehn Fällen sind in Wien geklärt worden. Das sind allerdings immer noch weniger als im Österreich-Schnitt, wo mit einer Quote von 48,2 Prozent fast jeder zweite Fall geklärt wurde. Der Unterschied liege unter anderem an der Anonymität der Großstadt, erklärte die Wiener Polizei.

Auch österreichweit gingen die Anzeigen im ersten Halbjahr zurück - um 6,5 Prozent, wie das Innenministerium und die Polizei am Freitag bekanntgaben. Die Veröffentlichung fand wohl nicht ganz zufällig gut zwei Monate vor der Nationalratswahl statt, denn in der Regel werden inzwischen sonst nur Gesamtjahreszahlen veröffentlicht. Bei der Wiener Polizei hieß es gegenüber Radio Wien, man wolle mit den Zahlen zur Versachlichung der Debatte über Polizei und Sicherheit beitragen.

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