Supermärkte kaufen gestohlene Wagerl zurück

In Wien sind im vergangenen Jahr knapp 19.000 Einkaufswagerl aus den Supermärkten mitgenommen worden. Die MA 48 sammelt sie ein - die Supermärkte müssen allerdings zahlen, um ihre Wagerl wieder zu bekommen.

Die MA 48 sammelt alle Einkaufswagerl ein, die in Wohnhäusern stehen oder in der Umwelt entsorgt werden. „Einerseits wegen der Sauberkeit: Viele Leute, die vorbeigehen, denken sich: Hier steht der nächste Mistkübel. Müll zieht Müll an und wird so immer mehr“, so Ulrike Volk, Sprecherin der MA 48, der Müllabfuhr. Andererseits bergen die abgestellten Wagerl auch ein gewisses Sicherheitsrisiko: Sie können bei starkem Wind wegrollen oder von Passanten weggestoßen werden.

Supermärkte holen Wagerl einmal pro Woche

Alle Wagerl werden nach Simmering gebracht und dort - neben den abgeschleppten Autos - in einer eigenen Halle gelagert. Einmal pro Woche holen sich die Supermärkte bzw. beauftragte Firmen die Wagerl zurück. Pro Einkaufswagen müssen die Supermärkte dabei 5,50 Euro bezahlen. „Wagerl, die nicht ausgefolgt werden, werden verschrottet“, schildert Volk.

Supermarkt Billa Einkaufswagen
ORF.at/Carina Kainz
18.900 Einkaufswagerl hat die MA 48 im vergangenen Jahr eingesammelt

Einkaufswagerl, die aus Supermärkten gestohlen werden, sind ein Wiener Phänomen der Müllabfuhr, sagt Ulrike Volk: „Wir tauschen uns immer wieder mit deutschen Städten aus und da zeigt sich klar: Auch wenn deutsche Städte beinahe gleich viele Einwohner haben und genauso groß sind, dort passiert es einfach nicht, dass Einkaufswagerl aus dem Supermarkt herausgenommen und in der Gegend abgestellt werden.“

Mindestens 50 Euro Strafe

Aber auch die Wiener werden langsam einsichtiger: Sind im Jahr 2006 noch 30.150 Einkaufswagerl aus den Supermärkten verschwunden, waren es 2016 nur noch 18.900. Das führt Volk einerseits auf bewusstseinsbildende Maßnahmen zurück, andererseits auch auf die „Waste Watcher“ der Stadt. Wer beim Zweckentfremden eines Einkaufswagerls erwischt wird, zahlt mindestens 50 Euro Strafe. Bei einer Anzeige kostet das Vergehen mehrere hundert Euro.

Richtige „Problemzonen“ gibt es in Wien nicht, die Einkaufswagerl werden laut Volk überall dort besonders gerne mitgenommen, wo viele Leute auf engem Raum wohnen und eher zu Fuß eingekauft wird.

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