Niki-Insolvenz für Gründer Lauda „Frage der Zeit“

Nach der Air-Berlin-Pleite ist das Schicksal der Österreich-Tochter Niki noch unklar. Ihr Gründer Niki Lauda befürchtet, das eine Pleite nur „eine Frage der Zeit“ sei. Lufthansa hat jedoch offenbar Interesse, Niki ganz zu übernehmen.

„Niki ist noch Teil der Air Berlin. Ich fürchte, damit dauert es nicht mehr lange, bis sie auch Insolvenz anmelden müssen“, sagt Lauda im „Kurier“. „Eine Frage der Zeit“, meint er auch in den „Salzburger Nachrichten“, es sei denn, die Lufthansa schlage mit dem Eurowings-Konzept auch in Österreich zu und übernehme Niki. Aber es werde schwierig.

Niki Lauda
APA/Hans Klaus Techt
Niki Lauda gründete die Fluglinie 2003

Lauda spricht von einem Trauerspiel. „Ich hoffe für die Niki-Mitarbeiter, dass schnell eine Lösung mit der Lufthansa kommt, damit sie ihren Job nicht verlieren.“ Wobei es sicher keine Übernahme werde: „Sie werden noch weitere Flugzeuge und Besatzungen übernehmen und dann die Firma Air Berlin mit 1,3 Milliarden Euro Schulden in Konkurs schicken.“

Möglicher Bieterkampf um Niki

Allerdings zeichnet sich derzeit ein möglicher Bieterkampf um Niki ab, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (online) schreibt. Neben der Lufthansa werde auch der britischen Billigfluggesellschaft Easyjet Interesse an Niki nachgesagt, heißt es in dem Zeitungsbericht. Am Mittwoch war auch von einem Interesse von Condor die Rede. Lufthansa will Niki laut dem Bericht ganz übernehmen. Damit könnte Niki eine Schwester der Austrian Airlines (AUA) werden.

Flugzeuge von Air Berlin und Niki
APA/Robert Jäger
Lufthansa könnte Niki übernehmen

Niki betreibt rund 20 der etwa 140 Flugzeuge der Air-Berlin-Gruppe. Die Wiener Tochter gilt wegen ihrer niedrigen operativen Kosten und der vielen Start- und Landezeiten am Flughafen Düsseldorf für die Konkurrenz als besonders attraktiv. Da sie ein separates Unternehmen mit Sitz in Wien sei, ließe sie sich gut als Plattform für zusätzliche Maschinen nutzen, so die „SZ“.

Notkredit „richtige Entscheidung“

Niki sollte nach den ursprünglichen Plänen eigentlich in einem neuen Gemeinschaftsunternehmen für Urlaubsflüge aufgehen, an dem sich neben dem deutschen Touristikanbieter TUIfly auch der bisherige Air-Berlin-Großaktionär Etihad beteiligen sollte. Niki Lauda hatte die Fluggesellschaft Niki (flyniki) 2003 gegründet. 2004 kam mit 24 Prozent Air Berlin an Bord, 2011 verkaufte Lauda die Gesellschaft ganz an die Deutschen - mehr dazu in Lauda gibt Airline Niki ab.

Das die deutsche Regierung Air Berlin einen Notkredit gab, hält Lauda für richtig. „Es war die richtige Entscheidung, die 80.000 Air-Berlin-Passagiere nicht hängen zu lassen. Die deutsche Regierung wird im Vorfeld wohl auch schon mit der Lufthansa gesprochen haben. Ob der Staat das Geld wiedersieht, bin ich gespannt. Ich glaub’ nicht, die Lufthansa wird das nicht übernehmen.“ Zweifeln in Deutschland, ob der 150-Millionen-Kredit vom Staat zur Überbrückung reicht, hält Lauda entgegen, dass Ende August die Saison zu Ende gehe. Dann werde weniger geflogen.

Betriebsversammlungen am Freitag

Air Berlin brachte einen Insolvenzantrag ein, derzeit wird bereits um die Aufteilung bzw. Verwertung der zweitgrößten deutschen Fluglinie gefeilscht - mehr dazu in news.ORF.at. Niki sei von der Pleite nicht betroffen, wurde bisher seitens der Unternehmensführung betont. Die rund tausend Beschäftigten fürchten jedoch um ihre Jobs. Die Belegschaftsvertretung wird deshalb am Freitag Betriebsversammlungen abhalten - mehr dazu in in Air Berlin: Niki hält Betriebsversammlungen ab.

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