Drohne filmte Badegäste im FKK-Bereich

Zu 33 gravierenden oder meldepflichtigen Vorfällen ist es in diesem Jahr in Wiener Bädern gekommen. Erstmals gab es auch Kameradrohnenflüge über Badebereiche. Die Wiener Bäder können nur schwer gegen die Drohnen vorgehen.

Die Wiener Bäder setzen seit dem Vorjahr „First Responder“ ein. Die speziell geschulten Bademeister sollen vor allem sexuelle Übergriffe verhindern. Heuer gab es bisher 33 dokumentierte Vorfälle in Wiener Bädern (2016 waren es in der Saison 31).

Elfmal kam es zu einer Körperverletzung oder versuchter Körperverletzung. Neun Fälle von Beleidigung, Drohung und Nötigung wurden verzeichnet. „Es gab vier sexuelle Belästigungen mit Berührung der Frauen, dreimal wurden Frauen unerlaubt fotografiert, einmal wurde unerlaubt ins Damensonnenbad geschaut“, sagte Bädersprecher Martin Kotinsky. Und es gab heuer auch erstmals Zwischenfälle mit Drohnen - über FKK- oder Sonnenbadebereichen.

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Bädersprecher Martin Kotinsky über den Drohnenflug

Gänsehäufel
ORF
Ein Drohnenvorfall ereignete sich im FKK-Bereich des Gänsehäufels

„Drohne flog gegen Baum und ist abgestürzt“

Ein solcher Fall ereignete sich Anfang Juli über dem FKK-Bereich im Gänsehäufel. „Die Drohne flog dann gegen einen Baum und ist abgestürzt. Die Besitzer kamen mit dem Tretboot, um die Drohne abzuholen“, sagte Kotinsky. Die Besitzer wurden angezeigt. Auch im Krapfenwaldlbad wurden laut „Presse“ drei Drohnenflüge (vermutlich vom gleichen Besitzer) über dem Sonnenbadebereich vermerkt. „Die haben wir nicht erwischt“, so Kotinsky. Dir Flüge im Krapfenwaldbad sollen Mitte Juni stattgefunden haben.

Die Badegäste seien verständlicherweise in Aufruhr, wenn sie gefilmt würden, so der Sprecher. Die Wiener Bäder könnten nur schwer gegen die Fluggeräte vorgehen. „Wir prüfen, was wir überhaupt tun können“, wird Kotinsky in der Zeitung zitiert. Es gebe Fangnetze, die entweder mit Abfangdrohnen oder mit einer Pistole hinaufgeschossen würden. Aber deren Anschaffung koste mehrere tausend Euro und es bedürfe großer Treffsicherheit. Störsender seien auch eine (teure) Möglichkeit, aber dann würden die Drohnen vom Himmel fallen – und das sei gefährlich.

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