Fischer hat sich Schutzmauer „nicht gewünscht“

„Ich habe mir das nicht gewünscht und nehme es zur Kenntnis“, sagt Alt-Bundespräsident Heinz Fischer zur Anti-Terror-Mauer, die derzeit vor dem Bundeskanzleramt und der Präsidentschaftskanzlei gebaut wird.

„Ich bin ein paar Mal gefragt worden und habe gesagt, wenn uns die Sicherheitsexperten sagen, dass das notwendig ist und internationalen Standards entspricht, dann werde ich das nicht kritisieren“, sagte Fischer im „Wien heute“-Interview. Am Ballhausplatz wird derzeit eine 80 Zentimeter hohe Mauer errichtet, die vor Anschlägen mit LKW schützen soll - mehr dazu in Mauerbau am Ballhausplatz gestartet.

Wahlkampf: „Präsident soll Ruhe ausstrahlen“

Allerdings habe er zuletzt gelesen, dass diese Mauer auf seine Initiative zurückgehen würde. „Das ist frei erfunden. Ich habe erfahren, dass das geplant ist, als ich nicht mehr Bundespräsident war. Ich habe mir das nicht gewünscht und ich nehme es zur Kenntnis.“ Er führt jedoch an, dass es kaum eine Hauptstadt gebe, wo Regierungsinstitutionen nicht in angemessener Weise geschützt werden. „Gerade in ernsten Situationen müssen Kanzler und Innenminister handlungsfähig sein“, so Fischer.

Fischer Heinz
ORF
Fischer im Gespräch mit „Wien heute“-Moderator Patrick Budgen

Auch zum derzeit laufenden Wahlkampf äußerte sich der ehemalige Bundespräsident, der vor rund 14 Monaten sein Amt aufgegeben hatte. „Auch im hitzigsten Wahlkampf ist gerade der Bundespräsident eine Instanz, die Ruhe ausstrahlen soll, souverän sein soll. Ich habe mich auch durch drei Wahlkämpfe zu Nationalratswahlen, die ich als Bundespräsident erlebt habe, nie irgendwie irritieren oder nervös machen lassen.“

Zeit für Mittagsschlaf

Pensionsschock habe Fischer jedenfalls keinen erlitten, beteuerte er im „Wien heute“-Gespräch. „Es war klar, eines Tages endet eine sehr schöne Phase und darauf war ich vorbereitet.“ Zudem würde er ohnehin noch viel arbeiten.

Derzeit ist der 79-Jährige mit der Organisation der Gedenkfeierlichkeiten für den 100. Geburtstag der Republik beschäftigt. „Ich nehme Termine im Ausland wahr und nehme Einladungen zu Vorträgen an. Ich kann es mir selbst einteilen, ich habe keinen Chef und mache das, was ich für sinnvoll halte und mir Freude macht.“ Dazu gehört auch ein Luxus, den sich Fischer während seiner Amtszeit nicht oft leisten konnte: Mittagsschlaf. „Wenn man in meinem Alter ist, ist das ganz hilfreich und angenehm.“

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