Kurz: Geld für Islam-Kindergärten „Wahnsinn“

ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz übt im „Wien heute“-Interview erneut scharfe Kritik an den islamischen Kindergärten in Wien. Steuergeld für Einrichtungen, wo Kinder abgeschottet aufwachsen würden, sei „ein Wahnsinn.“

„Dass islamische Kindergärten gefördert werden, wo Kinder ethnisch, sprachlich, religiös abgeschottet aufwachsen, das ist einfach das Gegenteil von Integration“, sagt Kurz im Interview mit „Wien heute“-Moderatorin Ulrike Dobes. „Dass man dafür Steuergeld in die Hand nimmt, ist ein Wahnsinn. Ich bin für die Schließung dieser Einrichtungen.“

Sebastian Kurz
ORF
Kurz will islamische Kindergärten in Wien schließen

Steuergeld verstärke Parallelgesellschaft

In Wien würden inzwischen tausende Kinder in islamische Kindergärten gehen, so Kurz. Die Parallelgesellschaft werde durch die Förderung dieser Kindergärten stärker an die zweite Generation weitergegeben, als das der Fall sein müsste. Kinder müssten ab dem dritten Lebensjahr in „ordentlichen öffentlichen und privaten Kindergärten“ gefördert werden, gerade wenn die Eltern nicht Deutsch als Muttersprache haben.

Probleme bei der Integration gebe es aus seiner Sicht in Wien „insbesondere natürlich im zehnten, im elften, im zwölften Bezirk, aber auch in einigen anderen Außenbezirken“, erklärte Kurz. Es seien vor allem in den vergangenen Jahren zu viele Menschen zugewandert, andererseits habe gerade Wien Parallelstrukturen zugelassen.

Mehr Geld für Kindergärten

Grundsätzlich sprach sich der ÖVP-Spitzenkandidat für mehr Geld für Kindergärten aus, denn: „Es ist besser, früh zu investieren, als später teuer zu reparieren“. Es bringe allerdings nichts, Geld in „falsche Systeme“ zu investieren. Es brauche klare Kriterien für Kindergärten und mehr Kontrolle.

Auch gegen mehr Lehrer und Personal in den Schulen spreche nichts, so Kurz. An der SPÖ-Ankündigung von 5.000 zusätzlichen Lehrern übte er dennoch Kritik. Die Forderung sei ihm „fast ein bisschen zu populistisch“, wenige Wochen vor der Nationalratswahl, und die Diskussion verkürzt. Der Personalbedarf in den Schulen würde ohnehin stark steigen, weil im nächsten Jahrzehnt überproportional viele Lehrerinnen und Lehrer in Pension gehen würden.

Höhere Gemeindebau-Mieten für Spitzenverdiener

„Massive Fehlentwicklungen“ ortete Kurz auch bei den Gemeindewohnungen in Wien. Wenn man die Zuwanderung nicht reduziere, würden immer mehr Menschen in den sozialen Wohnbau und die Gemeindebauten strömen - „und natürlich gibt’s dann weniger Möglichkeiten für Wienerinnen und Wiener.“

Außerdem brauche es mehr Treffsicherheit bei der Förderung, derzeit würde die Miete immer gleich niedrig bleiben, auch wenn man in der Zwischenzeit Spitzenverdiener sei. „Wer gut verdient, soll in der Wohnung bleiben können, aber er kann auch eine ordentliche Miete dafür bezahlen“, forderte Kurz.

Interview mit Sebastian Kurz

Das gesamte „Wien heute“-Interview mit ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz im Lokal „Durchhaus“ in Wien-Neubau zum Nachsehen

Erstes Eigenheim soll steuerfrei sein

Angesprochen auf eine Reform bei den Mieten, die eigentlich bereits im Regierungsübereinkommen vorgesehen war, plädierte Kurz für mehr Wohnungsbau in Wien. „Wenn es mehr Angebot gibt, dann werden die Preise hinuntergehen und nicht ständig steigen, oder sie werden zumindest langsamer steigen.“ Zudem will Kurz, dass mehr Menschen ihre Wohnung besitzen: „Wir müssen es auch in Wien schaffen, dass sich mehr Menschen Eigentum leisten können.“ Der Kauf des ersten Eigenheims soll dafür steuerfrei sein. Eigentum sei die beste Vorsorge gegen Altersarmut.

Sebastian Kurz im Interview
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Kurz im Interview mit Ulrike Dobes

Im Interview, das im Lokal Durchhaus in Wien-Neubau stattfand, sprach sich Kurz zudem gegen eine generelle Sonntagsöffnung aus. In Tourismuszonen sei es jedoch sinnvoll, wenn die Geschäfte auch am Sonntag offen haben können.

Persönlich und politisch

Fünf Wochen vor der Nationalratswahl sind die Spitzenkandidaten an ihren Lieblingsplätzen in Wien zu erleben. Zunächst im persönlichen Talk auf Radio Wien, in „Wien heute“ dann im politischen Interview - mehr dazu in Spitzenkandidaten an ihren Lieblingsplätzen. Sebastian Kurz sagte das Radio-Wien-Interview kurz vor dem vereinbarten Termin ab. SPÖ-Spitzenkandidat Christian Kern ist am Freitag in „Guten Morgen Wien“ auf Radio Wien zu Gast.

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