Viennale-Trailer in memoriam Hans Hurch

Der Trailer zur diesjährigen Viennale ist eine Hommage an deren verstorbenen Langzeitdirektor Hans Hurch. Gestalter des Trailers ist der US-Regisseur Abel Ferrara. Hurch starb im Juli während eines Arbeitsbesuchs bei Ferrara in Rom.

Das Filmfestival veröffentlichte den Trailer am Montag, er ist eineinhalb Minuten lang. Hurchs Profil wird darin mit Stadtaufnahmen in der Dämmerung überblendet, wozu Kinderstimmen und Musik erklingen, Fotos von Bob Dylan und John Ford auftauchen. Der Name des Verstorbenen, der auch den Titel des Trailers liefert, ertönt als elektronisch modulierter Hauch: „Hans“.

„Ein kleines Dankeschön für jemanden, der den Traum vom ewigen Kino konstant und konsequent aufrechterhalten hat“, schreibt der 66-jährige Ferrara in einer Begleitnote zu seinem Trailer. Der Trailer sei „außergewöhnlich - in mannigfaltiger Hinsicht“, zeigte sich der interimistische Viennale-Direktor Franz Schwartz angetan. Zu den Künstlern, die in früheren Jahren bereits ihr Kreativpotenzial für die kleinen Werbefilme des Festivals in die Waagschale geworfen haben, gehören Regiegrößen wie Jean-Luc Godard und Manoel de Oliveira.

Programm wird am 10. Oktober präsentiert

Die 55. Viennale findet heuer von 19. Oktober bis 2. November statt. In diesen Tagen werden rund 200 Filme aus den Weltregionen des Kinos in Wien zu sehen sein. Unter dem Titel „Neues neapolitanisches Kino“ wird dabei der süditalienischen Filmkultur ein eigener Schwerpunkt gesetzt. Der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach ist eine Personale gewidmet, und 14 künstlerische Weggefährten von Langzeitdirektor Hans Hurch haben für eine Retrospektive je ein Werk benannt, das sie mit dem Verstorbenen verbinden.

Im Filmarchiv ist im Rahmen der Viennale eine Werkschau zur österreichischen Kinopionierin Carmen Cartellieri zu sehen, während die traditionelle Retrospektive im Filmmuseum unter dem Titel „Utopie und Korrektur“ dem sowjetischen Kino der Zwischenkriegszeit respektive der Post-Stalin-Zeit gewidmet ist. Das detaillierte Programm der Viennale soll am 10. Oktober präsentiert werden, der Vorverkauf startet dann am 14. Oktober um 10 Uhr.

An Herzversagen gestorben

Hurch war am 23. Juli in Rom an einem Herzversagen gestorben - mehr dazu in Viennale-Chef Hans Hurch gestorben. Er wurde in einem „ehrenhalber gewidmeten Grab“ auf dem Zentralfriedhof in Wien bestattet - mehr dazu in Hans Hurch auf Zentralfriedhof beigesetzt. 20-mal hat er die Viennale organisiert. Unter seiner Leitung ist sie zu einem international beachteten Filmfestival geworden. 2018 hätte er „seine“ Viennale ein letztes Mal organisiert. Am 18. Dezember hätte Hurch seinen 65. Geburtstag gefeiert.

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