Parlament erstmals seit 1918 auswärts

Der Nationalrat ist endgültig in der Hofburg gelandet. Präsidentin Doris Bures hat am Vormittag die erste Sitzung im Ausweichquartier eröffnet: Es sei die erste Sitzung außerhalb des Parlamamentsgebäudes seit 1918.

Drei Jahre wird der Große Redoutensaal in der Hofburg während des Umbaus des Parlamentsgebäudes für die Abgeordneten als Ausweichquartier dienen. Ein historischer Ort, wie Bures befand, hätten doch hier etwa Jimmy Carter und Leonid Breschnew den berühmten Abrüstungsvertrag SALT II unterzeichnet.

Parlament tagt
APA/Roland Schlager

Ursprünglich Tanzsaal

Ursprünglich war der in seiner Urform 1631 erbaute Saal freilich der leichteren Muse gewidmet. Zunächst diente er als Tanzsaal, später nach einem feuerbedingten Wiederaufbau etwa als Aufführungsort für Opern.

Allzuviel Theatralik wünscht sich die Präsidentin in nächster Zeit offenbar nicht, auch wenn die Nationalratswahl vor der Tür steh. Bures gestand zu, dass Diskussionen vor einem Urnengang oft hitziger seien. Es sei aber das Wesen der Demokratie, dass um die besten Lösungen auch hart gerungen werden müsse. Aus den Augen verlieren dürfe man dabei jedoch nicht, dass es auch Wesen der Demokratie sei, die Meinung anderer zu respektieren.

22.000 Euro für ausrangierte Regierungsbank

Einige Möbelstücke aus dem Parlament wurden unterdessen versteigert. Die Klimt-Foundation hat dabei etwa die ausrangierte Regierungsbank erworben. Das dreiteilige, zwölf Meter lange Möbelstück aus dem Parlament wurde um 22.000 Euro ersteigert.

Laut Stiftungsvorstand Peter Weinhäupl will man das Objekt einer Institution als Dauerleihgabe oder Schenkung überlassen. „Wir sehen darin ein Möbel von historischer und kunsthistorischer Bedeutung und wollten nicht, dass es womöglich in irgendeiner Bar als Theke landet“, so der Ex-Leopold-Museums-Geschäftsführer Weinhäupl - mehr dazu in 22.000 Euro für ausrangierte Regierungsbank.

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