KHM ehrt Bildhauer Herbert Albrecht

Die Arbeiten des Vorarlberger Künstlers Herbert Albrecht werden zu dessen 90. Geburtstag in der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums ausgestellt. Insgesamt 27 Arbeiten Albrechts sind zu sehen.

Auch wenn Herbert Albrecht 2.000 Jahre nach den umgebenden Kollegen tätig ist, haben die Bronze- und Steinarbeiten des Vorarlberger Künstlers doch Gemeinsamkeiten mit den Statuen in der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM): Zwischen die antiken Inspirationsquellen mischen sich ab Dienstag 27 Arbeiten Albrechts, der heuer seinen 90. Geburtstag feierte.

Stein und Bronze

„Das ist eine unglaubliche Lebensleistung“, würdigte KHM-Generaldirektorin Sabine Haag bei der Präsentation der Schau das Oeuvre des am 7. Februar 1927 im tiefsten Bregenzerwald geborenen Künstlers, der sich seit jeher auf die beiden Materialien Stein und Bronze konzentriert: „Er hat sich buchstäblich daran abgearbeitet.“

Ausstellungshinweis:

„Herbert Albrecht. Stein und Bronze“ im KHM, von 19. September bis 14. Jänner 2018. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr.

Der Wotruba-Schüler Albrecht stellt seit 60 Jahren die menschliche Figur ins Zentrum seines Schaffens, vor allem den Kopf als solches, seit er 1964 sein erstes, nur 18 Zentimeter Bronzeantlitz schuf. „Egal, was Herbert Albrecht anfängt, es werden daraus immer wieder Menschen oder Teile von Menschen“, konstatierte am Montag sein Kurator und langjähriger Freund Walter Fink.

Haustradition fortgesetzt

Hierbei zielt Albrecht jedoch nicht auf den antiken Idealkörper, sondern die gebrochene Kontur. In ihrer wuchtig-fragmentierten Korporalität nähern sich die im KHM gezeigten Arbeiten dabei erstaunlich nahtlos den lädierten Antikenstatuen an, nehmen nicht deren ursprüngliche Heroik in den Fokus. So verschwinden die sitzenden, liegenden oder stehenden Werke beinahe in ihrer temporären Umgebung. „Wir haben versucht, die Dinge so zu stellen, dass sie sich einfügen in das Ganze“, unterstrich Fink die Absicht der Konzeption.

Man setze mit der in Kooperation mit dem Vorarlberg Museum Bregenz erarbeiteten Ausstellung die Haustradition fort, die eigenen Sammlungen mit zeitgenössischen Positionen zu konfrontieren, unterstrich Haag. Dazu gehört auch die von 21. September bis 25. Februar gezeigte Schau „Reflexionen. 11 zeitgenössische Interpretationen alter Meister“. Im Bassano Saal sind hierbei Arbeiten von Studenten der Graphischen zu sehen, die sich von Gemälden im KHM zu eigenen Fotowerken inspirieren ließen.

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