FPÖ: „Schärfere Gangart“ erwartet

Lange ist die FPÖ in allen Umfragen mit Abstand auf Platz eins gelegen - doch jetzt muss sie wieder um Stimmen rittern. Die Partei wird in Wien deswegen „wieder eine schärfere Gangart einlegen“, glauben Meinungsforscher.

Die FPÖ habe bei dieser Nationalratswahl vor allem bei den Protestwählern Konkurrenz, analysiert Meinungsforscher Günther Ogris vom Institut SORA: „Die ÖVP adressiert vor allem jene mit Sicherheitssorgen, Peter Pilz versucht, auch Stimmen gegen den Islam zu mobilisieren.“

Wahlauftakt der FPÖ in Wien in der Lugner City
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Strache gab sich im Wahlkampf bisher „eher staatstragend“

In Wien werde diese direkte Konkurrenz zwischen Sebastian Kurz und den Freiheitlichen sehr sichtbar werden, so OGM-Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer: „Ich glaube, dass die Freiheitlichen in Wien wieder eine schärfere Gangart einlegen werden, auf die sie bisher eher verzichtet haben.“ Parteichef Heinz Christian Strache habe sich bisher „eher staatstragend gegeben“.

Zuwächse vor allem in den Flächenbezirken

Im Wahlkampf wirbt die Partei für Fairness und Gerechtigkeit - und zwar für Österreicher - und gegen die sogenannte „Willkommenskultur“ und den Islam. Angriffspunkt Nummer eins ist die schwarz-rote Koalition. Als Ziel gab Strache aus, so stark zu werden, dass sich eine Koalition ohne die FPÖ nicht mehr ausgeht.

Bei der Nationalratswahl 2013 erreicht die FPÖ in Wien 20,6 Prozent, ein Plus von 0,1 Prozentpunkten, und laut Experten ein Ergebnis mit viel Luft nach oben. Wien ist laut Bachmayer das wichtigste Bundesland für die FPÖ: „Sie werden hier die meisten Stimmen österreichweit holen und sie werden auch hier deutlich zulegen, insbesondere in den Flächenbezirken.“ Denn dort würden die Flüchtlingsthematik und auch die misslungene Integration der letzten zehn bis zwanzig Jahre heftig thematisiert.

Wahlergebnis FPÖ Wien 2013
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Bei der Nationalratswahl 2013 legte die FPÖ in Wien leicht zu

Aufgreifen könne die FPÖ auch Stimmungen bei den Arbeitnehmern, meint Ogris. Hier sei „eine gewisse soziale Unsicherheit größer geworden. Die Anzahl der befristeten Verträge steigt, die Arbeitslosigkeit hat zugenommen.“

Strache ein „super Mann“ - Kreuz trotzdem bei Kurz

Für das Dilemma der FPÖ im aktuellen Wahlkampf steht auch die Antwort eines Mannes auf der Favoritenstraße, gleich neben dem Viktor-Adler-Markt, den die FPÖ gerne für Wahlveranstaltungen nützt. Strache sei „ein super Mann“, erklärte der Gefragte gegenüber „Wien heute“, „weil er gegen die Ausländer ist“. Wählen werde er dieses Mal aber trotzdem Sebastian Kurz, denn: „Ich schau, was der junge Bua zusammenbringen will.“

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