Wenig Freude in Simmering über „Bim“-Plan

Der Bezirk Simmering zeigt sich wenig begeistert von geplanten Änderungen im Straßenbahnnetz. Bezirksvorsteher Paul Stadler (FPÖ) sieht ein Platzproblem. Anfang November soll es einen Verkehrsgipfel geben.

„Da geht es überall darum, ein zweites Geleis dazuzulegen. Das bringt hier massive Probleme für den Verkehr, für den Stau, für die Umsteigefrequenz. Ich kann mir das nicht vorstellen“, so Stadler zum Problem in der Gottschalkgasse. Dort müssten für das erforderliche zusätzliche Gleis Bäume und die Parkspur fallen. Laut Stadler hätten eine Verlängerung der Linie 71 und die Beibehaltung der gesamten 6er-Strecke ausgereicht.

Derzeit ist aber offen, wo sie im Netz der anderen Straßenbahnlinien warten und umkehren soll. Klarheit darüber könnte auch ein Verkehrsgipfel bringen, der für Anfang November geplant ist.

Sima weist Kritik zurück

Die für die öffentlichen Verkehrsmittel zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) hat ihrerseits wenig Freude mit der Kritik aus Simmering. Bezirksvorsteher Stadler streue den Bewohnern bewusst Sand in die Augen, hieß es in einer Reaktion am Mittwoch. Die Stadt verfolge das Ziel, eine störungsfreie Verbindung zwischen Enkplatz und Kaiserebersdorf auf einem eigenen Gleiskörper zu errichten.

Stadler hingegen verschweige, dass auch bei seinen Plänen bauliche Maßnahmen zwingend erforderlich seien. Der FPÖ-Bezirksvorsteher „will eine Attraktivierung der Öffis bewusst verhindern“, hieß es in der Reaktion.

Verbindungsbahn als Kern eines ganzen Pakets

Sima und Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl hatten die neue Zubringerstraßenbahn von Kaiserebersdorf zum Enkplatz im Sommer präsentiert. Sie ist der Kern eines Pakets, dass die Effizienz des Straßenbahnnetzes in Simmering steigern soll.

Die Planungen sehen vor, dass die Linie 71 wieder nach Kaiserebersdorf fährt, also dann zwischen Börse und Kaiserebersdorf unterwegs ist. Die Linie 6 fährt dafür nur noch zwischen Burggasse, Stadthalle und der U3-Station Enkplatz. Eine zusätzliche Linie soll verlässliche Verbindungen zwischen Kaiserebersdorf und der U3 bieten - mehr dazu in Wien plant Straßenbahn-Shuttle in Simmering. Verbunden damit sind Umbauten von Gleisschleifen in Kaiserebersdorf und im Bereich der U3-Station Enkplatz.

Baubeginn 2018 anvisiert

Derzeit laufen die Detailplanungen. Ziel ist ein Baubeginn im Frühjahr 2018, die neuen Linien könnten in der zweiten Jahreshälfte 2018 in Betrieb gehen - wenn es zu einer Einigung mit dem Bezirk kommt. Neben Lösungen für die Trasse wird auch noch nach einer Bezeichnung für die neue Linie gesucht. Dafür haben die Wiener Linien ein Onlinevoting eingerichtet.

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