Immer weniger Kontrollen bei Krankenstand

Die Wiener sind im Vorjahr im Schnitt 10,2 Tage im Krankenstand gewesen. Ob jemand tatsächlich krank und zu Hause ist, kontrolliert die Gebietskrankenkasse mit eigenem Personal. Doch die Kontrollbesuche nehmen stark ab.

Zwölf dieser Krankenfürsorger sind in Wien für die Gebietskrankenkasse unterwegs. Im ersten Halbjahr haben sie 1.551-mal pro Monat kontrolliert. Vor fünf Jahren waren es im Schnitt noch 2.416 Kontrollen pro Monat, also um gut ein Drittel mehr. Kommt kein Kontrollor an die Tür, lädt die Kasse mitunter per Brief zur Kontrolle direkt bei der Gebietskrankenkasse ein, aber auch das passiert immer seltener, wie die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) gegenüber Radio Wien bestätigte.

Frau misst mit einem digitalen Fieberthermometer die Körpertemperatur (gestellte Szene)
APA/Barbara Gindl
Rund 60.000 Krankenstände hat es Ende Jänner in Wien gegeben

Der Grund dafür sei, dass in den vergangenen Jahren die Kontrollen so „effizient wie möglich“ gestaltet werden sollten. „So hat man sich zum einen dazu entschlossen, Versicherte mit einem unauffälligen Krankenstandsverhalten nicht mehr zur Kontrolle einzuladen. Zum anderen kooperieren wir verstärkt mit dem Arbeitsmarktservice (AMS). Bezieher des Arbeitslosengeldes bzw. der Notstandshilfe mit auffällig vielen Bagatelldiagnosen müssen sich im Falle eines Krankenstandes aktiv bei uns melden. Besuche der Krankenfürsorger werden somit hinfällig“, heißt es aus der WGKK.

Kasse hat Zahl der Kontrollore reduziert

Auch die Zahl der Kontrollore ist gesunken. Hat es im Jahr 2012 noch 15 Krankenfürsorger gegeben, so verringerte sich die Anzahl auf aktuell zwölf Personen. Zwei Kontrollore sind ganztägig und zehn halbtags unterwegs. Versicherte, die nicht zu Hause angetroffen werden, bekommen eine schriftliche Aufforderung für eine kontrollärztliche Untersuchung am nächsten Werktag bei der Gebietskrankenkasse.

Darüber, wie oft das vorkommt, liegen keine Zahlen vor. Bekannt sind die häufigsten Krankenstandsgründe: An erster Stelle liegen Infektionen der Atemwege und grippale Infekte, gefolgt von Erkrankungen von Magen und Darm und sonstige Viruserkrankungen. Und obwohl weniger kontrolliert wird, gehen die Wienerinnen und Wiener kürzer in Krankenstand: Im Vorjahr waren es 10,2 Tage, zwei Jahre zuvor waren es noch 11,4 Tage gewesen - mehr dazu in 20.600 Krankenstände kontrolliert. Ein Grund für den Rückgang könnte die Angst um den Arbeitsplatz sein.

Hubert Kickinger, wien.ORF.at

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