Patronen und Sprengstoff sichergestellt

Ein 81-Jähriger hat am Freitag Patronen eines Sturmgewehrs in eine Polizeiinspektion gebracht. Ebenfalls am Freitag ist ein 54-jähriger Obdachloser in der Innenstadt festgenommen worden. Er hatte 400 Gramm Sprengstoff bei sich.

Der 81-Jährige hatte die Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg in seinem Keller gefunden. Unter den Gegenständen befanden sich laut Polizeisprecher Harald Sörös das Leitwerk einer Granate, ein Gurt mit zehn Patronen eines Sturmgewehrs und mehrere leere Hülsen. Ein hinzugezogener sprengstoffkundiger Polizist stellte in der Polizeiinspektion am Schottenring fest, dass von den Gegenständen keine Gefahr mehr ausging.

Kriegsrelikte
LPD Wien
Die Kriegsrelikte wurden dem Entschärfungsdienst übergeben

Sprengstoff bei Obdachlosem entdeckt

Bei einem Obdachlosen wurden am Freitag in Wien außerdem 400 Gramm TNT-Sprengstoff entdeckt. Zuvor hatte der Mann einer Verkäuferin eines Tankstellenshops in der Innenstadt davon erzählt. Die Frau alarmierte Polizisten der Bereitschaftseinheit am Morzinplatz. Mithilfe ihrer Beschreibung machten Polizisten den 54-Jährigen ausfindig. Tatsächlich fanden sich ein ganzer Block Sprengmittel in seinem Besitz, außerdem eine scharfe militärische Patrone und ein Messer.

400 Gramm TNT-Sprengstoff
LPD Wien
Der TNT-Block hätte für eine Explosion weiterverarbeitet werden müssen

Von Truppenübungsplatz mitgenommen

Eine chemische Untersuchung bestätigte, dass es sich um TNT handelt. Der Block mit der chemischen Substanz Trinitrotoluol hätte aber wohl nicht einfach gezündet werden können, für eine Explosion hätte er weiterverarbeitet werden müssen, sagte der Sprecher. Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, mit Sprengstoff-Hunden der Diensthundeeinheit (PDHE) wurde auch die Umgebung abgesucht, wobei aber keine weiteren bedenklichen Substanzen gefunden wurden.

Der kurzfristig Festgenommene gab an, dass er das TNT von einem Truppenübungsplatz in der Slowakei mitgenommen habe. Der aus Frankfurt stammende Mann wurde schlussendlich auf freiem Fuß angezeigt, wegen Verstößen gegen das Kriegsmaterialgesetz und das Schieß- und Sprengmittelgesetz, sagte Sörös. Eigenen Angaben zufolge hatte der 54-Jährige Deutschland vor rund neun Jahren verlassen und sei seitdem mit einem Fahrrad durch Europa gezogen.

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