Aktenzeichen XY: Erfolge und Morddrohung

Seit 50 Jahren geht die TV-Serie „Aktenzeichen XY ungelöst“ auf Verbrecherjagd. Leiter des Wiener Aufnahmestudios war 32 Jahre lang Peter Nidetzky. Im Interview erzählt er von seinen Sendungen - und einer Morddrohung.

Ziel der Fernsehsendung ist die Aufklärung von Verbrechen bei Fällen, wo die Kriminalisten nicht mehr weiter kommen. Mit Schauspielern werden die Straftaten möglichst realitätsgetreu nachgestellt und die Zuschauer um Mithilfe gebeten. „Ich hab 320 Sendungen gemacht“, erzählt Moderator Peter Nidetzky im „Wien heute“-Interview. „Da waren sicher hundert Fälle dabei, die gelöst wurden.“ Einmal bekam er selbst eine Morddrohung per Post von einem Unbekannten.

Ausgeschnittene Buchstaben

„Er hat mir ausgeschnittene Buchstaben aus der Zeitung geschickt - mit dem Hinweis, dass ich an einem bestimmten Tag das Zeitliche segnen werde. Die Polizei hat das ernst genommen. Die sind dann an diesem Tag auf den Südbahnhof gefahren und haben ihn dort verhaftet. Das war ein arbeitsloser Kochlehrling, dem ich aus Gründen wie auch immer unsympathisch war. Aber wir sind fast als Freunde dann auseinandergegangen.“

Peter Nidetzky, Aktenzeichen XY-ungelöst Wien
ORF
Peter Nidetzky bekam einmal selbst eine Morddrohung

„In ein paar Monaten ist das eh wieder vorbei“

Vor 50 Jahren startet das Zweite deutsche Fernsehen die Sendereihe Aktenzeichen XY ungelöst - bis Ende 2002 in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen und dem ORF. Im ZDF war bis 1997 Eduard Zimmermann Moderator der Sendung, der selbst verurteilter Dieb und Spion war.

Peter Nidetzky, Aktenzeichen XY-ungelöst Wien
ORF

Sendungshinweis:

Wien heute, 5.11.2017

Im ORF fahndete die ersten vier Ausgaben, bei denen der ORF beteiligt war, der spätere ORF-Generalintendant Teddy Podgorski. Dieser soll, als er ORF-Sportchef wurde, Nidetzky gefragt haben, ob er ihm Aktenzeichen XY ungelöst abnehmen könnte. „In ein paar Monaten ist das eh wieder vorbei.“ Nidetzky moderierte die Sendung schließlich 32 Jahre.

Suche nach vermissten Wiener

Mehr als 500 mal ging Aktenzeichen XY ungelöst bisher auf Sendung - mit mehr als 4.000 Fällen. Anfangs sahen bei gerade einmal drei Sendern noch 18 Millionen Zuschauer zu, heute sind es unter fünf Millionen. 2002 steigt der ORF aus XY ungelöst aus. Das ZDF berichtet jedoch weiterhin - auch über ungelöste Kriminalfälle aus Österreich. So gehen die Behörden derzeit Hinweisen zum Fall des vermissten Autisten Arian aus Wien nach - mehr dazu in Autist seit eineinhalb Jahren vermisst.

Teddy Podgorski 1968
ORF
Teddy Podgorski moderierte 1968 im Aufnahmestudio in Wien

40 Hinweise zu Mordfall in Kärnten

Auch zu einem Kärntner Mordfall konnten kürzlich neue Hinweise durch die Sendung gewonnen werden - mehr dazu in „Aktenzeichen XY“: 40 Hinweise zu Mordfall (kaernten.ORF.at).

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