Wenn der „Karli“ zu „Herrn Karl“ wird

Klaus Rott ist als Karli Sackbauer in „Ein echter Wiener geht nicht unter“ berühmt geworden. Doch nun wird aus dem Karli der Herr Karl. Der Schauspieler wagt sich an das „noch immer aktuelle“ Kultstück von Qualtinger und Merz heran.

Während er im Lagerraum einer Wiener Feinkosthandlung seiner Arbeit nachgeht, erzählt der Herr Karl seine Lebensgeschichte vom Ende des Weltkrieges bis zum Beginn der 60er Jahre. Die politischen Dramen konnten ihm nichts anhaben, denn er ist ein Mitläufer, ein Überlebenskünstler, Opportunist und Profiteur.

Aufführungshinweis:

„Der Herr Karl“ mit Klaus Rott, von 10. bis 25. November, im Theater-Center-Forum in der Porzellangasse 50, Regie: Rochus Millauer

Mit „Der Herr Karl“ wurden Helmut Qualtinger und Carl Merz mit einem Schlag berühmt. Der Monolog des österreichischen Raunzers gehört zu den Klassikern der Nachkriegsliteratur. Klaus Rott nimmt ab Freitag im Theater Center Forum die Rolle des Herrn Karl ein.

Klaus Rott als Der Herr Karl
ORF
Im Lagerraum eines Feinkostladens erzählt der Herr Karl seine Geschichte

Von der Täter- zur Opferrolle

„Er kommt relativ charmant und gemütlich daher, dieser ideologischer Akrobat, aber in meinen Augen - er hat zwei gescheiterte Ehen, eine dritte Beziehung hat auch nicht funktioniert, er ist kinderlos, er erzählt immer, dass er es sich gerichtet hat, aber schlussendlich, und das will ich, dass die Menschen spüren - ist er ein Loser“, so Rott im Interview mit „Wien heute“.

Karli Sackbauer ist jetzt Herr Karl

Als Sohn von „Mundl Sackbauer“ ist Klaus Rott bekannt geworden. Jahrzehnte später wagt er sich an den „Herrn Karl“.

„Ich glaube, dass es noch aktuell ist, dieser Opportunismus und sozusagen von der Täterrolle zur Opferrolle zu wechseln“, so Rott. „Ich hab auch ein Glück, dass ich mir viel Zeit gelassen hab und manche Menschen das Vorbild Qualtinger nicht mehr kennen - man muss es sagen, obwohl es auf YouTube ist. Es ist doch für viele ein neuer Stoff und die Menschen will ich natürlich auch ansprechen.“

Klaus Rott steht seit 55 Jahren auf der Bühne. Bekannt wurde er durch die zwischen 1975 und 1979 vom ORF produzierten Fernsehserie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ als Sohn von „Edmund Sackbauer“. Noch heute wird er als „Karli Sackbauer“ erkannt und angesprochen. „Als junger Schauspieler freut man sich über die Popularität. Das lässt dann nach, wenn man am Badestrand erkannt wird und schon in gewissen reiferem Alter ist. Aber man kann damit leben und es gehört zum Leben einfach dazu“, so Rott.

Klaus Rott vor „Herr Karl“-Premiere

Kommende Woche hat Klaus Rott Premiere als „Herr Karl“. In „Wien heute“ spricht er über den berühmten Monolog.

Wienerische Rollen

Es gibt sogar etwas, das den „Karli“ und den „Herrn Karl“ laut Rott verbindet - der Dialekt. „Es sind zwei Wiener, zwei Kleinbürger, die sonst nicht viel gemeinsam haben, aber das Wienerische verbindet mich natürlich sehr stark mit den beiden.“

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