„Brexit“-Verhandlungen im Winterpalais

Das Winterpalais des Prinzen Eugen schließt vorerst als Ausstellungsraum. Laut Finanzministerium sollen die Prunkräume nächstes Jahr für Österreichs EU-Präsidentschaft und die „Brexit“-Verhandlungen den imperialen Rahmen bieten.

Rund 5.000 Kulturinteressierte besuchten dieses Wochenende das Winterpalais des Prinzen Eugen in der Himmelpfortgasse. Gezeigt wurde das Leben von Polenkönig Sobieski, der Wien als Oberbefehlshaber des Heeres von der Türkenbelagerung befreit und damit laut Geschichtsexperten einen nachhaltigen Sieg der christlichen Länder errungen hatte - mehr dazu in Zum Abschied: Freier Eintritt im Winterpalais.

„Brexit“-Verhandlungen im Winterpalais?

Die Prunkräume im Winterpalais könnten während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft für die „Brexit“-Verhandlungen genützt werden.

Verhandlungsort bei EU-Präsidentschaft

Es war die vorerst letzte Ausstellung der Galerie Belvedere im Winterpalais. Rund 400.000 Besucherinnen und Besucher sind in den vergangenene vier Jahren im Palais gewesen. Ab Montag ist Finanzminister Hansjörg Schelling (ÖVP) wieder alleiniger Hausherr.

Laut Finanzministerium soll das Palais zwar weiterhin für kulturelle Veranstaltungen und Schulklassen zugänglich bleiben, Details stehen aber noch nicht fest. Fest steht jedoch, dass die Prunkräume - in welchen bereits Prinz Eugen hochgestellte Persönlichkeiten aus aller Welt empfangen hatte - im nächsten Jahr für Österreichs EU-Präsidentschaft und die „Brexit“-Verhandlungen den imperialen Rahmen bieten sollen.

Sanierung um 100 Millionen Euro

Seit 1848 ist das Winterpalais Sitz des Finanzministeriums und hat schon viele Minister kommen und gehen sehen. 2007 ließ das Finanzministerium das Palais sanieren, man übersiedelte mit 600 Beamten ins Ausweichquartier. Die Generalsanierung kostete mit rund 100 Millionen Euro doppelt so viel wie veranschlagt.

2013 zog das Finanzministerium wieder ein, behielt sich aber nur die renovierten Ministerbüros. Die Prunkräume stellte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) dem Belvedere für Ausstellungen zur Verfügung. Nach fast drei Jahrhunderten war das Winterpalais erstmals öffentlich zugänglich - mehr dazu in Fekter: „Willst das Winterpalais?“

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