WEGA-Beamte: „Medic“ im Rettungs-Einsatz

Mit der Spezialausbildung zum „WEGA-Medic“ werden Beamte der Spezialeinheit zu Rettungssanitätern ausgebildet. Dabei müssen Verletzte in nicht gesicherten Zonen stabilisiert, versorgt und transportfähig gemacht werden.

Die besonderen Anforderungen wurden am Montag in Wien erläutert. Neben den Umständen am Einsatzort unterscheidet sich laut Yasmin Frank-Dastmaltschi, Leiterin der Abteilung Medizinische und Gesundheitsangelegenheiten im Innenministerium, auch die Art der Verletzung oft von den Bildern, wie sie sich „normalen“ Rettungssanitätern darstellen.

Oft haben es die Polizisten mit stark blutenden Wunden und Traumata von Stich- oder Schussverletzungen zu tun. Das erfordert spezifische Kenntnisse und daher auch eine spezifische Ausbildung.

WEGA-Polizist bei Vorführung einer Hilfeleistung
APA/Herbert Neubauer
Die besonderen Umstände bei WEGA-Einsätzen betreffen nicht nur den Tatort sondern auch die Art der Verletzungen

Ausbildung dauert ein Jahr

„Grundsätzlich bekommen alle Beamten der WEGA einen Kurs in einsatztaktischer Verwundetenversorgung“, erläuterte Ernst Albrecht, Kommandant der WEGA (Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung). Darüber hinaus werden bestimmte Beamte auf freiwilliger Basis nach Eignungsprüfung zu Rettungssanitätern und weiter zu Medics ausgebildet. Dafür kooperiert die Polizei mit der Wiener Berufsrettung, was von beiden Seiten ausdrücklich gelobt wurde. Das letzte Modul wird vom Innenministerium angeboten, wo eben auf die einsatzspezifischen Themen eingegangen wird.

Die Ausbildung zum WEGA-Medic dauert etwa ein Jahr brutto. Am Ende kann und soll er seine Kollegen trainieren. Derzeit gibt es bei den sechs Kompanien der WEGA 21 Medics. Diese sind auch mit eigenen, etwa zehn Kilogramm schweren Notfallrucksäcken ausgestattet.

Der Inhalt der Rucksäcke unterscheidet sich von dem mobilen Equipment anderer Rettungssanitäter, weil es anderen Anforderungen genügen muss. Zum Beispiel muss der WEGA-Medic in der Lage sein, in engen dunklen Räumen Verwundete zu versorgen, und dazu muss er die richtige Ausrüstung auch bei wenig Licht finden.

Rasche Erstversorgung als Ziel

„Im Prinzip geht es darum, Verletzten mehr Zeit zu verschaffen. Das heißt nicht, dass die Berufsrettung bei solchen Einsätzen überflüssig wird. Aber wir können in nicht gesicherten Zonen, wo die Rettung nicht hinkommt, eine rasche Erstversorgung für Verletzte ermöglichen“, erklärte Michael Kargl, WEGA-Polizist und Medic. Sein Chef Ernst Albrecht ergänzte: „Wichtig ist auch zu sagen: Die Medics sind schon Polizisten und als solche ganz normal in Einsätze eingebunden. Aber sie haben eine Zusatzausbildung.“

Ein Einsatz, bei dem Rettungskräfte nicht eingreifen konnten, weil die Zone nicht gesichert und der Täter nicht festgenommen war, war etwa ein Supermarkt-Überfall im Juli 2016. Ein Polizist wurde dabei getötet, ein zweiter Beamter erlitt schwere Verletzungen - mehr dazu in Erster ermordeter Polizist in Wien seit 1993 (wien.ORF.at; 6.7.2016) und Schießerei: Angeschossener Polizist gestorben (wien.ORF.at; 5.7.2016).

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