Goldene Medienlöwin für Gabi Waldner

Ö1-Journalistin Gabi Waldner ist am Montagabend mit der Goldenen Medienlöwin ausgezeichnet worden. Die Jury ehrte damit ihr bisheriges Lebenswerk. Der Medienlöwe ging an die Taskforce der Plattform „Frauen im ORF“.

In ihrer mit viel Applaus honorierten Dankesrede thematisierte Waldner die Debatten in den Sozialen Medien im Wahlkampf und äußerte dabei scharfe Kritik: „Was Journalistinnen und Journalisten im letzten Wahlkampf in den Sozialen Medien von sich gegeben haben, fand ich teilweise unterirdisch. Viele waren offenbar von der Brillanz und Unfehlbarkeit der eigenen Meinung derart beeindruckt, dass sie jegliche professionelle Distanz verloren.“

„Da haben manche Kolleginnen und Kollegen die einen Wahlkämpfer runtergemacht und verurteilt, die anderen wiederum verbissen sich in die Gegenseite. Und - dass das auch klar ist - ich spreche jetzt nicht von jenen, denen ‚Influencer‘ immer gern erklären, wie Journalismus geht. Ich spreche jetzt nicht von den Kolleginnen und Kollegen vom Boulevard. Ich verstehe bis heute nicht, wieso seriöse Kolleginnen und Kollegen das getan haben und teilweise noch immer tun.“

Gabi Waldner
Journalistinnenkongress/APA-Fotoservice/Reither
Gabi Waldner gewann die Goldene Medienlöwin

Medienlöwe für Taskforce von „Frauen im ORF“

Mit dem Medienlöwen ist die Taskforce der Plattform „Frauen im ORF“ ausgezeichnet worden. In der seit zehn Jahren bestehenden Taskforce sind Brigitte Wolf (Landesdirektorin ORF Landesstudio Wien), Ulrike Wüstenhagen (Hörfunk-Admin-Chefin), Angelika Doucha-Fasching (Unterhaltungsprofi), Brigitte Handlos (TV-Chronik-Chefin), Christiana Jankovics (Betriebsrätin TV Programm) und Eva Strommer (kaufmännische Leiterin im Landesstudio Burgenland) vertreten.

„Medienpräsenz von Frauen wird hier nicht mehr nur an Anlasstage oder Sonderthemen gebunden, das unterstützende Netzwerk ist nachhaltig geknüpft, anhaltend wirksam – und fortlaufend nötig: Weil sogar ‚öffentlich-rechtlich’ zwar vielleicht theoretisch ‚gleiche Rechte’, aber praktisch noch immer nicht ‚gleiche Chancen’ bietet", hieß es in der Begründung der Jury.

Jurysprecherin Elisabeth Pechmann sprach in ihrer Rede die notwendige Unterstützung für qualitätsvollen Journalismus an: „Das Ende der Pressefreiheit in Ungarn, inhaftierte Journalistinnen und Journalisten in der Türkei, der Mord an einer Reporterin in Malta. Dazu anhaltendes ‚Lügenpresse‘-Bashing auch in unseren Breiten. Die Warnsignale sind nahe genug gekommen, denke ich.“ Deshalb brauche es Unterstützung durch den Medienpreis und vor allem durch Konsumentinnen und Konsumenten.

Medienlöwe an die Task Force der Plattform "Frauen im ORF"
Journalistinnenkongress/APA-Fotoservice/Reither
Die Taskforce der Plattform „Frauen im ORF“ erhielt den Medienlöwen

Silberne Medienlöwin für Beitrag über Monteil

Mit der Silbernen Medienlöwin wurden Elisabeth Gamperl und Pia Ratzesberger für einen Beitrag über Claudine Monteil in der „Süddeutschen Zeitung“ geehrt. „Das Interview mit Simone de Beauvoirs Vertrauter Claudine Monteil versagt uns den Komfort des Klischees. Es mag darum verstören. Oder einen Diskurs beleben, der nur allzu leicht in Schubladen erstickt“, hieß es in der Begründung. In dieser Kategorie war auch ORF-Journalistin Christa Hofmann nominiert.

Die Preise werden jährlich am Vorabend des Österreichischen Journalistinnenkongresses verliehen. Bei der Medienlöwin in Gold wurde die Gewinnerin heuer durch eine Jury aus 67 bekannten Journalistinnen und Journalisten ermittelt. Der Beirat des Journalistinnenkongresses hat durch Punktevergabe drei Frauen nominiert, neben Waldner auch Corinna Milborn und Martina Salamon.

Die Goldene Medienlöwin wird nicht nur für langjährige Medienpräsenz und das bisherige Lebenswerk verliehen. Mit dem Preis werden Journalistinnen auch dafür geehrt, anderen Frauen Vorbild zu sein und ihnen Mut zu machen, sich im Bereich der Medien durchzusetzen.

ORF-Journalistin ist Medienlöwin

Gabi Waldner ist mit der „Goldenen Medien-Löwin“ ausgezeichnet worden. Auch die Task Force „Frauen im ORF“ wurde geehrt.

Kongress zum Motto „Democracy first“

Der Journalistinnenkongress selbst findet heute, Dienstag, in Wien statt. Die Veranstaltung geht auf eine Initiative Ende der 90er Jahre der früheren Nationalbankpräsidentin Maria Schaumayr, der langjährigen ÖVP-(Frauen-)Politikerin Maria Rauch-Kallat und der Industriellenvereinigung zurück. Rauch-Kallats Club Alpha ist Veranstalter. Die heurige Ausgabe des Kongresses widmet sich unter dem Motto „Democracy first“ der „Verteidigung demokratischer Werte“.

Journalistinnenkongress in Wien

„Democracy first!“ - Demokratie zuerst - das ist das Motto des 19. Journalistinnenkongresses, der zurzeit in Wien über die Bühne geht.

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