WGKK fordert längere Ordinationszeiten

Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) pocht auf eine Ausweitung der Ordinationszeiten der niedergelassenen Ärzte. Das ist eine der zentralen Forderungen für die anstehenden Tarifverhandlungen mit der Ärztekammer.

Am Donnerstagnachmittag findet ein erstes Treffen auf Expertenebene zwischen der Standesvertretung und der WGKK statt, bei der unter anderem diese Forderung übergeben wird. Denn Ende 2017 laufen die Tarifverträge zwischen WGKK und Ärztekammer für den niedergelassenen Bereich aus. Die Ärztekammer hat ihre Forderungen bereits Ende September öffentlich deponiert. Sie will neben einer Reihe weiterer Maßnahmen eine bis zu 40-prozentige Tariferhöhung - mehr dazu in Ärztekammer will bis zu 40 Prozent mehr Geld.

Forderungskatalog mit zehn Punkten

Der Forderungskatalog der Gebietskrankenkasse umfasst insgesamt zehn Punkte. Eine „ganz zentrale Forderung“ ist für Obfrau Ingrid Reischl die Ausdehnung der Ordinationsöffnungszeiten auf 25 Stunden pro Woche. Seit 2004 sehen die Verträge laut Reischl mindestens 20 Wochenstunden vor, davor lediglich zehn bis 15 Wochenstunden. „Aktuell gibt es 300 Allgemeinmediziner und 26 Kinderärzte, die aufgrund von Altverträgen weniger als 20 Stunden geöffnet haben“, kritisierte sie.

Zudem verlangt die WGKK eine weitere Leistungsharmonisierung. So soll der gynäkologische Ultraschall wie in den anderen Bundesländern (außer Tirol) in den Gesamtvertrag aufgenommen werden. Auch die optische Kohärenztomografie (OCT), eine Augenuntersuchung, soll als Kassenleistung angeboten werden.

Wünsche der Ärzte „nicht finanzierbar“

Außerdem forderte Reischl, dass die Ärztekammer „ihre Blockadehaltung“ bei der Anstellung von Ärzten bei Ärzten aufgibt. Zum Wunsch der Ärzte nach einer 40-prozentigen Tariferhöhung sagte Reischl: „Das ist nicht finanzierbar.“ Rechne man alle Forderungen der Ärztekammer zusammen, müsste die WGKK 80 Prozent mehr für die Ärzte ausgeben. „Die Metaller fordern vier Prozent, die Ärzte wollen 80 Prozent“, empörte sich Reischl.

Nach der heutigen Zusammenkunft werde es voraussichtlich einige weitere Treffen auf Expertenebene geben, sagte Reischl. Sie gehe davon, dass im Dezember dann auf Funktionärsebene verhandelt werde.

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